Der Voranschlag (Budget).
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wissenschaftlich zu durchforschen, indem er die Arbeitsverfahren in ihre Einzel-
hestandteile zerlegte, die Arbeitsteilung und -Zusammenfassung untersuchte, ver
sucht die Voranschlagsrechnung das „Wieviel“ zu ergründen und im Zusammen
hang des ganzen Wirtschaftsbetriebes planmäßig zu lösen.
Als Zwecke des Voranschlags sind im einzelnen zu erwähnen: 1. Die Erreichung
einer Übersicht, die besonders bei größeren Wirtschaftsbetriehen unbedingt nötig
und schwierig ist, insbesondere die Übersicht über die Kredit- und Kapitalbedürf
nisse. 2. Die Steigerung der Wirtschaftlichkeit durch die Vorgabe von Leistungs
und Aufwandziffern. 3. Die Abstimmung der einzelnen Glieder des Betriebes auf
einander und auf den Gesamtplan, dadurch Verminderung von Stockungen und
Reibungen. 4. Die Verstetigung des Ablaufs der Betriebstätigkeit durch Arbeiten
auf längere Sicht. 5. Die Kontrolle der Betriebsgebarung, Aufdeckung von Fehler
quellen durch Vergleich der Sollziffern mit den Istziffern. 6. Voraussohätzung des
Gewinns und der Rentabilität, wodurch die gesamte Wirtschaftsführung erleich
tert wird.
2. Die Durchführung des Voranschlags. Der Gesamtvoranschlag läßt sich auf
teilen in drei Teilvoranschläge: der Absatzvoranschlag, der Produktionsvoran
schlag und der Einanzvoranschlag, die sich ihrerseits wieder in Untervoranschläge
zergliedern. In der Regel ist für die ziffernmäßige Aufstellung entscheidend der
Absatzvoranschlag, entsprechend der entscheidenden Stellung des Absatzes inner
halb des Wirtschaftsbetriebes; doch braucht dies nicht unbedingt der Fall zu sein.
Es ist denkbar, daß die Führung des Betriebes von der Kreditseite her maßgebend
beeinflußt wird, wenn Liquiditätsschwierigkeiten vorhanden sind und neue Kre
dite nicht zur Verfügung stehen.
Für die rechnerische Aufstellung des Voranschlags steht an der Spitze der
Absatzvoranschlag. Der voraussichtliche Absatz im kommenden Abschnitt wird
geschätzt unter Zugrundelegung des Absatzes früherer Abschnitte, unter Berück
sichtigung der Jahreszeit, des Trends, der Entwicklung der Gesamtkonjunktur,
sowie der Konjunktur des Geschäftszweiges. Ein Hilfsmittel ist die Marktanalyse,
d. h. die Beobachtung und Beurteilung der Aufnahmefähigkeit eines Gebietes für
den Absatz eines oder mehrerer Erzeugnisse. Die Kaufkraft, Bevolkerungszahl,
Jahreszeit und andere volkswirtschaftliche Werte sind wichtige Anhaltspunkte.
Heranzuziehen sind ferner die Konjunkturvoraussagen der Konjunkturbeob
achtungsinstitute, wobei über den Wert der Konjunkturvorhersage wiederholt
werden muß, was in einem früheren Abschnitt schon gesagt wurde: wenn die wirt
schaftenden Menschen ihre Maßnahmen nach den Berichten der Konjunktur
institute einrichten, so kann dadurch die Konjunkturentwicklung einen ganz an
deren Verlauf nehmen. Ein anderes Verfahren zur Schätzung des Absatzes bildet
die Befragung der Händler und Vertreter.
Bei der Absatzschätzung ist daneben noch von ausschlaggebender Bedeutung
die einzuschlagende Preispolitik. Diese wird festgelegt im Anschluß an ein vor
dem endgültigen Voranschlag aufzustellenden Rahmenvoranschlag, der in groben
Zügen ein vorläufiges Bild des kommenden Abschnitts bieten und zur gegenseiti
gen Beeinflussung der Teilvoranschläge dienen soll. Gibt der erste Rahmenplan
kein zufriedenstellendes Bild, so wird versucht, durch Änderungen der Preispolitik,
der Lagerpolitik, der Absatzbedingungen (Zahlungsziele!), der Produktionsgrund
sätze eine günstigere Lage zu erreichen; erst hiernach wird der endgültige Vor
anschlag aufgestellt.
Große Schwierigkeiten macht die Veranschlagung des Absatzes, wenn eine
große Zahl von abzusetzenden Erzeugnissen vorhanden ist. Man hilft sich, indem
gleichartige Güter zu Gruppen zusammengefaßt und nur diese Gruppen einer Ab
satzschätzung unterworfen werden. Bei Einzelherstellung, d. h. Herstellung auf