Die Stoffe und Kräfte.
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anlagen steht unter der Überlegung, ob das herzustellende Gut einer dauernden
Nachfrage am Markt begegnet, ob der Preis für diese Güter die Tilgung und Ver
zinsung der zu schaffenden Anlagen ermöglicht. Neben die technische Durch
führung der in Aussicht genommenen Leistung tritt später die Überlegung des
weiteren Ausbaus oder der Anpassung an einen neuen oder veränderten Bedarf
— alles Überlegungen, die letzten Endes mit dem Absatz der Erzeugnisse am
Markt Zusammenhängen, also kaufmännischer Art sind.
Daneben aber sind in den Industriebetrieben, die heute vielfach zu ungeheuren
Gebilden mit vielen Tausenden von Arbeitern und Angestellten geworden sind, die
kaufmännischen Nebenarbeiten des Rechnungswesens, der Organisation, der Ver
waltung und der Sozialpolitik zu besonderen Aufgaben mit großer Bedeutung und
Dringlichkeit herangewachsen. Gerade diese Aufgaben sind ohne die verbindende
Kenntnis und Übersicht kaufmännischer und technischer Arbeit nicht zu lösen.
Jede Maßnahme des Organisators ist sowohl auf die kaufmännische als auch auf die
technische Auswirkung hin zu beobachten; ob Einzel-, Serien- oder Massenferti
gung, ob Strang- oder Fließfertigung, ob Vorrats- oder Einzelauftrag, ob kleine oder
große Auftragsmengen, kurze oder lange Lieferfristen, immer ergeben sich Über
legungen für den Organisator, die ohne Kenntnis beider Zweige, der technischen
und kaufmännischen Seite, nicht lösbar sind.
Die Vermählung der technischen Arbeit mit der kaufmännischen Arbeit ist im
Industriebetrieb in starkem Maße anzutreffen. Man kann für dieses Ineinander-
Aufgehen die Bezeichnung: industrielle Arbeit wählen, wie es in der Überschrift
geschehen ist, womit gesagt sein soll, daß eine Verbindung von technischer Arbeit
mit kaufmännischer Arbeit zu etwas Neuartigem vorliegt.
III. Die Stoffe und Kräfte.
1. Vorbemerkungen. Der Wirtschaftsbetrieb will Güter für die menschliche
Bedürfnisbefriedigung herstellen. Wir haben gesehen, daß es mannigfache Be
dürfnisse gibt und daß die Zahl und Arten von Gütern, die diesem Zweck mittelbar
und unmittelbar dienen (Verbrauchs-, Gebrauchs- und Erzeugungsgüter), fast un
übersehbar groß sind. Die Her- und Bereitstellung dieser Güter setzt — wie wir
in II gesehen haben — Arbeit voraus, die an oder mit den Stoffen vorgenommen
wird, aus denen die Güter entstehen sollen. Hierbei kann die Arbeit unmittelbarer
Art sein, indem die Menschenhand zur Gutwerdung genügt (Pflücken von Obst),
oder mittelbar sein, indem sie sich zunächst auf die Fertigstellung von Mitteln
erstreckt, mit deren Hilfe (Hilfsmittel) dann die Stoffe bearbeitet oder das Gut
bereitgestellt wird. Zu den Hilfsmitteln gehören: der umbaute Raum, in dem sich
der Betrieb abspielt, die Verkehrseinrichtungen, mit denen die Stoffe und Güter
bewegt werden, gehört vor allem das Werkzeug (die verbesserte Hand des Men
schen) sowie die Maschine als vervollkommnetes Werkzeug oder als Ersatz der
menschlichen Kraft: insgesamt die Sachmittel des Betriebes.
Wir haben früher festgestellt, daß ein gewisser Vorrat von Stoffen, Hilfsmitteln
und sonstigen Einrichtungen zum Bestände eines jeden Wirtschaftsbetriebes ge
hört und daß alle diese Dinge vom Standpunkt der Wirtschaft aus das Vermögen
(genauer: Wirtschaftsvermögen oder Kapital in der kapitalistischen Unterneh
mung) genannt werden. Im Betrieb gibt es weder Vermögen noch Kapital. Hier
werden Grundstücke und Gebäude benutzt, diese und jene Stoffe verwendet oder
verarbeitet, Werkzeuge und Maschinen gebraucht sowie Verkehrseinrichtungen
und -mittel zu Hilfe gezogen. Hier kommt es auf die körperlichen Dinge, ihre
Beschaffenheit und Brauchbarkeit an.
Wie sind Baulichkeiten am besten zu gestalten, wenn sie die Einrichtungen einer Brauerei
oder die Maschinen einer Spinnerei auf nehmen sollen 1 Welche Raumanordnung gibt man einem