Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Grundlagen.

Verleimungen,  durch  Nagelung  statt  Verdübelung  als  Verbindungsmittel  wird  das  Holz  als
Bauteil  für  weittragende  Hallen  dem  Stabeisen  wettbewerbsfähiger  gemacht.  Sogar  im  Flugzeugbau, ­
  aus  dem  das  Holz  nahezu  durch  Leiohtmetall  verdrängt  schien,  gewinnt  es  wieder
an  Bedeutung.  Der  Fäulnis  wird  durch  Imprägnierung  begegnet,  was  für  den  Holzbau  allgemeine, ­
  für  das  große  Gebiet  der  Leitungsmasten  besonders  große  Bedeutung  hat.  Dabei  verhalten ­
  sich  die  Holzarten  (z.  B.  Fichte,  Kiefer)  je  nach  dem  Imprägnierungsverfahren  in  bezug
auf  die  Lebensdauer  nicht  gleich;  bei  teerölimprägnierten  Kiefernstangen  kann  heute  schon
mit  einer  Lebensdauer  von  über  30  Jahren  gerechnet  werden.  Betrachten  wir  einen  so  harmlos ­
  aussehenden  Bedarfsfall  wie  den  Leitungsmast  für  elektrische  Stark-  und  Schwachstromleitungen. ­
  Holz,  Eisen  und  Eisenbeton  stehen  hier  in  Wettbewerb:  Festigkeit,  Lebensdauer,
Feuerbeständigkeit,  Widerstandsfähigkeit  gegen  äußere  Einwirkungen  (Insekten,  Wild),  nicht
zuletzt  der  Preis  müssen  gegeneinander  abgewogen  werden.
So  stehen  heute  allgemein  im  Bauwesen  eine  Reihe  von  Baustoffen  und  Bau  verfahren
in  Anwendung,  die  eine  Wahl  erschweren.  Jeder  Brückenbau,  jeder  Hochbau,  jeder  Hausbau
erfordert  zunächst  eine  Entscheidung  über  den  zu  verwendenden  Baustoff.  Seit  alters  her  sind
das  Holz  und  der  Ziegel  benutzt  worden  und  sie  sind  auch  noch  heute  weit  verbreitet,  obwohl
sich  die  Bauweisen  zum  Teil  grundlegend  geändert  haben.  Neben  dem  Massivbau  ist  der
Skelettbau  möglich,  eine  Rahmenhauweise  mit  Steinausfüllung,  die  meist  erheblich  billiger
ist  als  der  Massivbau;  die  Rahmen  können  aus  Holz  oder  Eisen  sein  (Holz-  und  Eisenfachwerkbau) ­
  .  Ersterer  ist  im  Wohnhausbau—mit  Lehm  oder  Stein  als  Füllstoffen  —  seit  Jahrtausenden
bekannt;  letzterer  wird  vorwiegend  im  Fabrik-  und  Hallenbau  verwendet.  Aber  auch  der
Eisenheton-Rahmenbau  führt  sich  mehr  und  mehr  ein.  Mit  dem  Betonbau  ist  jedoch  im  Grunde
keine  neue  Bauweise,  sondern  ein  Gießverfahren  in  das  Bauwesen  eingedrungen.
Hier  ist  wieder  ein  typisches  Beispiel  für  die  Anpassung  der  naturgegebenen  Stoffe  an  die
Verwendungszwecke.  Die  Bestandteile  des  Betons  —  Kalkstein  und  Ton  als  Zement  und  dazu
Sand—sind  im  Bauwesen  seit  altersher  bekannt;  durch  Mahlen  und  Brennen  des  Kalksteins  und
Tons  zu  Zement  und  dessen  Mischung  an  der  Baustelle  mit  Sand  und  Wasser  wird  aber  nicht
nur  ein  anderes  Gefüge  und  eine  höhere  Festigkeit  erzielt,  sondern  auch  eine  ganz  andere
Formgebung  —  eben  das  Gießen  —  möglich.  Die  Verbindung  eines  Eisengerippes  mit  herumgezogenem ­
  Beton  stellt  den  Eisenbeton  dar,  eine  Bauweise,  die  wegen  ihrer  hohen  Widerstandsfähigkeit, ­
  Wasser-  und  Luftheständigkeit  im  Brücken-  und  Hochbau  das  Eisen  schwer  bedrängt. ­
  Auch  für  den  Straßenbau  stehen  die  mannigfachsten  Möglichkeiten  offen;  neben  dem
alten  Natursteinpflaster  (Granit)  sind  Kunststein-  und  Hartholzpflaster  und  Decken  aus
Schotter,  Teerverbindungen  (Asphalt,  Makadam  u.  a.)  und  Zement,  ja  auch  aus  Eisenbeton
und  Eisen,  meist  Gußeisen,  in  Anwendung.
Besondere  Steine  werden  für  Feuer-  und  Säurebeständigkeit  angeboten;  ein  kürzlich  erschienenes ­
  Verzeichnis  der  Markenbezeichnungen  im  Feuerfest-  und  Ofenbaufach  enthält
allein  1500  Namen.  Sogar  Glas  wird  neuerdings  als  tragender  Baustoff  benutzt,  wie  überhaupt ­
  das  Glas  als  Werkstoff  im  Vordringen  begriffen  ist.  Neben  dem  leicht  schmelzbaren
und  chemisch  wenig  widerstandsfähigen  Natronkalkglas,  dem  gewöhnlichen  Fensterglas  und
dem  widerstandsfähigeren  und  schwerer  schmelzbaren  Kalikalkgias  (böhmisches  Glas)  ist  das
weiche,  leicht  schmelzbare,  stark  lichtbrechende  Kalibleiglas,  das  Kristallglas,  auf  dem  Markt;
doch  gibt  es  darüber  hinaus  noch  eine  große  Zahl  besonderer  Gläser  für  alle  möglichen  Zwecke
der  Optik,  der  Apparate-  und  Laboratoriumstechnik,  der  medizinischen  Geräte  und  der  Verpackung. ­
  Beim  Flachglas  sind  feuerpolierte  und  gesohliffenpolierte,  hei  den  Sicherheitsgläsern
Schichtengläser  und  vorgespannte  Gläser  zu  unterscheiden.
Auf  fast  allen  Gebieten  der  Technik  und  des  täglichen  Bedarfs  haben  heute  auch  die
Kunstharz-Preßstoffe  Bedeutung  erlangt,  eine  Bedeutung,  die  nur  schwer  überschätzt
werden  kann,  obwohl  sie  vorläufig  durch  die  Preise  noch  nicht  überall  wettbewerbsfähig  sind
und  auch  im  Aussehen  und  in  der  Verwendungsfähigkeit  noch  nicht  restlos  befriedigen.  Eine
ganze  neuartige  Industrie  ist  entstanden,  die  Kunststoff-Preßwerke,  welche  den  Rohstoff
als  pulvrige  oder  körnige  Masse  beziehen  und  zu  Gebrauohsgegenständen  der  Technik  und  des
Haushalts  verpressen.  Doch  sind  auch  Stäbe  und  Röhren  von  beliebiger  Form,  die  auf  Stanzpressen ­
  erzeugt  wurden,  als  Halbware  im  Handel  und  ebenso  Sonderstoffe  mit  Hartgewebeoder ­
  Zellulose-  oder  Asbestgespinst-Einlagen,  die  eine  sehr  hohe  Festigkeit  erreichen  und  damit
im  Maschinen-  und  Vorrichtungsbau  verwendbar  werden.  Statt  Gußstücken  aus  Leichtmetalloder ­
  Kupferlegierungen  wird  man  häufig  Gewebepreßteile  und  statt  Profilmessing  und  Messingrohr ­
  Kunstharzprofile  verwenden  können.  Das  ergibt  in  vielen  Fällen  zwar  ganz  andere
und  neuartige  Möglichkeiten,  die  sich  jedoch  nicht  immer  mit  den  vorhandenen  Einrichtungen
bewältigen  lassen.
Für  die  Herstellung  des  Gehäuses  für  ein  Rundfunkgerät  beispielsweise  kann
gleicherweise  Holz,  Metall  oder  künstlicher  Preßstoff  (Kunstharz-Preßstoff)  verwendet
werden.  Von  der  Benutzung  des  einen  oder  anderen  Stoffes  ist  dann  nicht  nur  das  äußere  Aussehen ­
  abhängig,  was  für  den  Absatz  Bedeutung  hat,  sondern  mehr  noch  die  gesamte  Technik
der  Herstellung.  Bei  der  Verwendung  von  Holz  wird  ausschließlich  die  spanende  Formgebung
            
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