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Die Grundlagen.
denen sich vielfach sogar gleichartige Geschäfte zusammenhallen. Hier spielt die
Kaufbequemlichkeit des Verbrauchers eine große Rolle; die Möglichkeit eines
Preis- und Gütevergleichs der verschiedenen Geschäfte, die in der Nähe beiein
ander liegen, lockt Käufer an; einzelne weitab liegende Läden, selbst große Häuser,
werden wenig beachtet. Alle großen Waren- und Kaufhäuser und die Spezial
geschäfte liegen in den Brennpunkten des Verkehrs mehr oder minder dicht beiein
ander und bewirken so oft unvorstellbar hohe Preise für Grundstücke und Mieten,
die aber trotzdem tragbar und lohnend sind, weil nur an diesem Standort die Käu
fer in Massen angelockt werden können. Diese Möglichkeit des Anlockens der
vorbeiströmenden Menschenmassen, welche vorwiegend durch eine hervorste
chende äußere Aufmachung, durch werbende Schaufensterauslagen u. a. unter
stützt wird, fällt bei Versandgeschäften und oft auch bei den sog. Etagengeschäften
weg. Diese beiden Arten arbeiten mehr durch Zeitungswerbung, Anschläge in
Verkehrsmitteln, Postwurfsendungen oder persönliche Empfehlung. Besonders
das reine Versandgeschäft verzichtet völlig auf alle vorgenannten Vorzüge der
Lage; ihm kommt es nur auf Billigkeit der Mieten oder Grundstücke und auf gute
Lage zu den Transportmitteln an, mit denen der Versand erfolgt. Kleine Unter
schiede ergeben sich beim Stadtversand gegenüber dem außerörtlichen Versand.
Der Großhandel, soweit er einzelne oder nur wenige, meist gleichartige Erzeug
nisse vom Erzeuger sammelt, prüft, sortiert und nach den Bedarfsländern zum
Versand bringt, sitzt inmitten der Erzeugungsgebiete (Übersee). Die verteilenden
Großhändler wiederum sitzen an den Brennpunkten des Welt- oder Binnenver
kehrs, an den großen Umschlags-, Lager- und Börsenplätzen, die meist in diesen
Verkehrsmittelpunkten, an denen Binnen- und Seeschiffahrt, Straßen und Eisen
bahnen Zusammentreffen, sich gebildet haben. Oder sie suchen einen bestimmten,
örtlich begrenzten Kreis von Abnehmern möglichst vollzählig mit möglichst vielen
Waren zu beliefern und schlagen dann ihren Sitz inmitten ihres Absatzgebietes
auf. Zwischen beiden Gruppen arbeitet der Zwischenhändler, der in der Lage sein
muß, gleichmäßig nach der Seite des Einkaufs und des Absatzes die Verbindung
aufzunehmen. Überflüssige Transporte, die seine Ware verteuern oder seinen Ge
winn schmälern würden, müssen vermieden werden; er wird also zum mindesten
seine Warenläger, wenn er überhaupt solche hält, in Orte mit günstigen Verkehrs
verhältnissen nach den beiden Seiten des Einkaufs und Absatzes legen. Die guten
Möglichkeiten der telephonischen, brieflichen und telegraphischen Verständigung
machen es möglich, daß seine Büros und damit der Sitz des Unternehmens an
völlig anderen Orten liegen.
Bei allem spielt natürlich auch die Art des Erzeugnisses eine gewisse, wenn auch
meist untergeordnete Rolle. Leicht verderbliche, sperrige, sehr billige oder sehr
schwere Erzeugnisse sind transportempfindlicher als andere, die hochwertig oder
leicht sind. Für Spekulationshändler spielen oft die Möglichkeiten guter und um
fassender Benachrichtigung mit. Im ganzen jedoch kann gesagt werden, daß der
Absatz für den Standort des Handels der beherrschende Gesichtspunkt ist.
Eine besondere Stellung nehmen das Export- und Importgeschäft ein. Das (selbständige)
Exportgeschäft macht von zwei Möglichkeiten Gebrauch. Wenn es auf eine Ware oder Waren
art eingestellt ist (Spezialexporteur), wird es seinen Standort in die Nähe der Industrie
rücken, die diese Erzeugnisse herstellt: Exportgeschäfte für Kleineisenwaren in Solingen, für
Metallwaren in Iserlohn und in Lüdenscheid, für Beleuchtungskörper, Konfektion u. a. m. in
Berlin. Die Nähe ermöglicht den Überblick über die Erzeugnisse, die Fühlungnahme mit den
Herstellungsbetrieben und entsprechende Absatzmöglichkeiten nach allen Richtungen. Die
Hälfte aller selbständigen Exportgeschäfte in Deutschland dürfte ihren Sitz in den Industrie
städten des Binnenlandes haben. In den Hafenstädten sitzen mehr die Exporteure, die mit
allen Waren handeln und sich nach einzelnen Ländern spezialisiert haben (Allgemeinexporteure).
Sie verschaffen sich (und ihren überseeischen Auftraggebern) die Kenntnis von den Waren
durch Musterläger und Exportagenten, die die Waren in den Hafenstädten zur Schau stellen.