Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die Menschen im Betrieb. 
sind sie im Bank- und Bekleidungsgewerbe in allen Tätigkeitsgruppen und im 
Einzelhandel bei den gehobenen Tätigkeiten. 
Sehr aufschlußreich ist die Erhebung, welche der Deutschnationale Handlungs- 
gehilfen-Yerband in den Jahren 1929/31 durchführte, und die 166 000 kaufmänni 
sche Angestellte umfaßte. Das Ergebnis war ein Durchschnittsgehalt einschließ 
lich aller monatlichen Zuwendungen von 260 RM für alle erfaßten Personen. 
Es wurden dabei vier „ideale“ Tätigkeitsgruppen gebildet, deren Gehälter im 
Durchschnitt betrugen: 
für einfache Tätigkeit 142 RM monatlich 
für qualifizierte Tätigkeit 227 „ „ 
für selbständige Tätigkeit 347 „ ,, 
für schwierig-verantwortliche Tätigkeit 493 „ „ 
Sehr klar ergab diese Untersuchung auch die Staffelung nach dem Alter; fast 
20% der erfaßten Angestellten war unter 20 Jahre alt und bezog ein Gehalt unter 
132 RM im Monat einschließlich aller Zuwendungen. Erst mit 46—50 Jahren wird 
das Höchsteinkommen von 422 RM erreicht. Von den einzelnen Tätigkeitsgebie 
ten werden die Buchhalter, Korrespondenten, Kalkulatoren, Statistiker, Lage 
risten und die Verkaufshilfspersonen am niedrigsten bewertet, also im großen 
und ganzen die Tätigkeit, die als kaufmännische Nebenarbeit gekennzeichnet wurde. 
Etwa die Hälfte aller ersten Expedienten, Fakturisten, Dekorateure, ja sogar der 
Rayonohefs in Warenhäusern, 60% der ersten Lageristen und drei Viertel aller 
ersten Verkäufer liegen in ihrem Einkommen noch unter der Grenze von 250 RM 
im Monat. 43% aller Angestellten bezogen bis 200 RM im Monat, 60% bis 250 RM; 
im Großhandel verdienen sogar 65%, im Einzelhandel sogar 78% weniger als 
250 RM. Dabei hegen im Lebensmittel- und Exportgroßhandel, im Textil-, Eisen- 
und Lebensmittelkleinhandel, im Drogen-, Buch- und Schreibwarenkleinhandel, 
im Tabakkleinhandel und in den Warenhäusern die Einkommensziffern am un 
günstigsten. 
Man wird bei der Beurteilung dieser Ziffern nicht vergessen dürfen, daß sie 
nicht ohne weiteres als maßgebend für die Lage der einzelnen Sparten der deut 
schen kaufmännischen Angestelltenschaft anzusehen sind. Nur ganz bestimmte 
Kreise gehörten den Verbänden an; vor allem die, welche auf Grund besonderer 
Leistungen oder Beziehungen, auf Grund hoher Fähigkeiten oder Vorkenntnisse 
sich Vorteile gegenüber ihren Berufsgenossen verschafften oder zu verschaffen 
hoffen, neigten allgemein den Verbänden wenig zu. Das gilt für hochbezahlte 
Kräfte besonders; das Bild der Erhebung wird daher zu dunkel gemalt sein. 
Immerhin zeigt ein Vergleich mit den Tarifen, daß allzu große Abweichungen 
nicht bestehen. Insgesamt ergibt sich, daß für einen sehr großen Teil der kauf 
männischen Angestellten, besonders der unteren Tätigkeits- und Altersgruppen, 
die gezahlten Gehälter unter den Einkünften der Arbeiter liegen, eine Tatsache, 
die in den letzten Jahren eine ganz eigenartige Problematik der Angestelltenschaft 
herbeigeführt hat. 
Bei den Entgelten ist zu unterscheiden: die Roh- und Reinbezüge der Ange 
stellten sowie die Aufwendungen, die dem Wirtschaflsbetrieb entstehen. Das 
Roheinkommen des Angestellten setzt sich zusammen: aus dem Grundgehalt, den 
tariflichen Zulagen sowie den von Fall zu Fall vereinbarten Leistungszulagen (die 
bis zu 5% der tariflichen Bezüge gehen). Von diesem Roheinkommen gehen die 
gesetzlichen Abzüge (für Steuern und Versicherungen) ab: das Reineinkommen 
der Angestellten. Der Wirtschaftsbetrieb hat außer dem erwähnten Entgelt (Roh 
einkommen des Angestellten) noch den auf ihn entfallenden Anteil an den Sozial 
abgaben zu tragen, so daß sich die Gesamtaufwendungen stellen auf: 1. das ver 
einbarte Entgelt (zuzüglich aller Nebenentgelte); 2. den eigenen Anteil des Be
	        
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