Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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1.  20  Staatsbeamte,
2.  3  Privatbeamte  zur  Erfüllung  der  gesetzlichen  Vorschriften,
3.  18  Arbeiter  für  einen  anderen  Wirtschaftskörper,
4.  4  Erwerbslose.
Diese  45  Unproduktiven  sollen  durch  die  55  Produktiven  miternährt ­
  werden,  ein  unmögliches  Verlangen!
Es  sei  bei  dieser  Gelegenheit  auf  einen  grundlegenden  Irrtum ­
  der  Sozialdemokratie  hingewiesen,  die  —  zum  mindesten
in  ihrer  Agitation  —  behauptet,  daß  alle  Not,  alle  Geldentwertung
und  alle  Staatsunterbilanzen,  die  durch  die  große  Masse  der  für
unsere  Volkswirtschaft  unproduktiven  Arbeiter  entstehen,  behoben
werden  könnten  durch  die  Beschlagnahme  der  großen  Einkommen. ­
  Nach  meiner  Ueberzeugung  ist  das  ein  ebenso  verfehltes
Mittel  wie  das  uferlose  Drucken  von  Papiergeld,  da  die  eigentlichen
Ursachen  der  Geldentwertung,  nämlich  die  riesigen  Lohnsteigerungen,
die  reduzierte  Arbeitszeit,  die  Arbeitslosen,  das  Beamtenheer,  die
Ententearbeiter  usw.,  dadurch  nicht  beseitigt  werden.  Die  Ernährung
der  Personen,  die  nicht  selber  für  die  Volkswirtschaft  tätig  sind,
kann  immer  nur  durch  den  Ueberschuß  der  von  den  übrigen  Arbeitern
erzeugten  Produkte  erfolgen,  und  da  durch  „Konfiskationssteuern"
niemals  eine  Vermehrung  der  Produkte  eintritt,  so  bleibt  es
schließlich  dabei,  daß  bei  dem  obigen  Beispiel  die  restlichen  55
Arbeiter  sich  mit  etwa  der  Hälfte  ihrer  Rechte  zu  begnügen  haben,
weil  sie  die  übrigen  45  miternähren  müssen.
Nun  sind  allerdings  die  unproduktiven  Arbeiter  in  dem  Grade
ihrer  Unproduktivität  nicht  alle  gleich,  vielmehr  gibt  es  eine  Anzahl
von  Staatsarbeitern,  die  wenigstens  produktiv  in  dem  Sinne  sind,
daß  sie  Gegenstände  von  längerem  Wert,  z.  B.  einen  Kanal,  herstellen, ­
  eine  Eisenbahn  bauen  oder  ein  Staatsgebäude  errichten.
Auch  hier  muß  man  sich  freilich  hüten,  den  Prozentsatz  dieser  Staatsarbeiter ­
  so  zu  vergrößern,  daß  die  Ration  der  Massenprodukte  für
die  einzelnen  Volksmitglieder  zu  sehr  reduziert  wird.  Immerhin  ist
die  Sache  bei  den  produktiven  Staatsarbeitern  nicht  ganz  so  ängstlich
wie  bei  den  unproduktiven,  denn  wir  können  uns  auf  den  Standpunkt ­
  stellen,  daß  alle  durch  produktive  Staatsarbeiter  hergestellten
Neuanlagen  auch  unseren  Kindern  und  Kindeskindern  zugute  kommen,
und  sind  deshalb  berechtigt,  diese  Ausgaben  durch  Anleihen  zu  beschaffen.
Kein  Erbe  kann  verlangen,  daß  er  ererbten  Besitz  schuldenfrei  erhält.
            
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