Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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kapitalist.  Wendet  aber  die  Steuergesetzgebung  diesen  Grundsatz  zu
stark  an,  so  ist  die  unvermeidliche  Folge,  daß  der  Anreiz,  das  Interesse ­
  an  der  Kapitalsbildung  erlahmt  und  daß  die  Intelligenz  und
Energie  sowie  die  wirtschaftlichen  Fähigkeiten  der  Kapitalbildner
ins  Ausland  abwandern.  Es  sollte  die  allererste  Aufgabe  der  Steuertechnik ­
  sein,  möglichst  einen  Weg  zu  finden,  der  dieser  ganz  verständlichen ­
  menschlichen  Neigung  nicht  nur  erfolgreich  begegnet,  sondern
in  manchen  Fällen  sogar  diesen  oder  jenen  veranlassen  könnte,  sein
Vermögen  größer  anzugeben,  als  es  in  Wirklichkeit  ist,  oder  seine
Angaben  wenigstens  nach  oben  abzurunden.  Der  Staat  sollte  seine
Mitglieder  hinsichtlich  der  Steuerzahlung  betrachten,  wie  ein  guter
Geschäftsmann  seine  Kunden;  es  ist  auf  keinen  Fall  richtig,  die
Steuerzensiten  wie  Verbrecher  zu  behandeln,  die  mit  hohen  Geldstrafen ­
  zu  belegen  sind.
Rationelle  Steuern  dürfen  das  Kapital,  welches  zum
Aufbau  und  Ausbau  der  Volkswirtschaft  bestimmt  ist,  nicht
zu  sehr  angreifen,  sie  würden  sonst  das  Gegenteil  ihres  Zieles
erreichen.  Es  würde  dies  dieselbe  Wirkung  haben  für  die  Volkswirtschaft, ­
  wie  wenn  man  dem  Körper  das  Blut  entziehen  wollte;
das  arbeitende  Kapital  in  der  Volkswirtschaft  ist  in  diesem  Sinne
dem  Blute  des  menschlichen  Körpers  vergleichbar.
d)  Massenartikel  und  Luxusprodukte.
Ein  weiteres  Gebot  steuertechnischer  Gerechtigkeit  ist  möglichster
Ausgleich  in  den  Hauptkonsumartikeln.  Man  inuß  daher  einen  Unterschied ­
  machen  zwischen  diesen  —  auch  Massenartikel  genannt  —  und
den  Luxusprodukten.  Das  Primäre  ist  natürlich  die  Versorgung  der
Volksmitglieder  mit  den  Gegenständen  des  täglichen  Bedarfs,  erst  in
zweiter  Linie  kommen  die  Luxusartikel,  die  ja  zum  Leben  nicht  unbedingt ­
  nötig  sind.  Ein  Hauptantrieb,  Kapital  zu  bilden,  mit
anderen  Worten,  eine  Ursache  des  Kapitalismus  ist  nun  durchaus
nicht  die  Sucht,  sich  in  den  Gegenständen  des  täglichen  Bedarfs  zu
versorgen,  sondern,  soweit  es  nicht  einfach  die  Luft  an  der  Geldanhäufung ­
  ist,  oder  das  natürliche  Streben,  für  den  eigenen  Lebensabend, ­
  für  die  Kinder,  kurzum,  für  die  Zukunft  zu  sorgen,  liegt  hier
der  Wunsch  vor,  einen  Anspruch  auf  die  Luxusprodukte  der
Volkswirtschaft  zu  haben.  Es  sind  jene  Dinge,  die  in  so  geringen
Mengen  hergestellt  werden,  daß  ihre  kommunistische  Verteilung  auf
            
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