Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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alle  Menschen  nicht  in  Frage  kommt.  Interessant  ist  nun  die  Beobachtung, ­
  daß  z.  B.  die  ersten  Geniüse,  die  ersten  Erdbeeren  den
reichen  Leuten  vorbehalten  sind,  um  in  wenigen  Wochen  selbst  den
Aermsten  des  Volkes  erreichbar  zu  sein.  Sehr  häufig  ist  dieselbe
Ware  in  den  billigen  Preislagen  Massen-,  in  den  höheren  Preislagen
Luxusprodukt.  Manche  Sachen,  wie  z.  B.  Modeartikel,  sind  in  dem
ersten  Jahre  ihres  Erscheinens  Luxusartikel,  um  schon  im  nächsten
Jahre  Allgemeingut  zu  werden.  Aehnlich  ist  es  auf  dem  Gebiet
der  Vergnügungen;  auch  hier  sehen  wir,  daß  viele  Vergnügungen
zunächst  der  kleinen  Zahl  der  Besitzenden  vorbehalten  sind,  um  dann
häufig  in  ganz  kurzer  Zeit  der  Allgemeinheit  zugänglich  zu  werden.
Man  vergleiche  in  dieser  Beziehung  die  bescheidenen  Massenvolksvergnügungen ­
  vor  100  Jahren  mit  den  heutigen  Vergnügungsmöglichkeiten
  der  Großstädte.  Wir  sehen  also  die  Erscheinung,  daß  aus
Luxusartikeln  sehr  häufig  Massenartikel  wurden;  und  gerade  diese
Tatsache  beruht  auf  dem  Unternehmergeist  des  Kapitalismus.
Man  macht  dem  Kapitalismus  oft  den  Vorwurf,  daß  er  selbst
nach  Luxusprodukten  trachtet  und  auch  in  den  breiten  Volksmassen
die  Gier  hiernach  erwecke.  Das  mag  zum  Teil  richtig  sein,  ist  aber
volkswirtschaftlich  durchaus  nicht  unbedingt  zu  verwerfen,  denn  der
Unternehmergeist  des  Kapitalismus  sorgt  sicherlich  dafür,  daß,  wenn
es  irgend  möglich  ist,  aus  den  Luxus-  bald  Massenprodukte  werden.
Man  darf  also  ohne  Uebertreibung  den  Satz  ausstellen:  „Die  bessere
Lebenshaltung  der  Reichen  ist  die  unbedingt  notwendige  Vorstufe  für
die  Lebensverbefferung  der  Masten."  Es  steht  also  fest,  daß  der
Kapitalismus  dahin  wirkt,  daß  ein  Ausgleich  in  den  Gegenständen
des  täglichen  Bedarfs  eintritt,  und  daß  darüber  hinaus  eine  große
Anzahl  ehemaliger  Luxusprodukte  zu  Massenartikeln  werden  und  damit
auch  in  den  Besitz  und  Genuß  breiterer  Volkskreise  gelangen.
e)  Die  Selbsteinschätzung.
Eine  Hauptfrage  jeder  Steuertechnik  ist  die  Art  und  Weise
der  Erhebung.  Ich  bin  der  Ansicht,  daß  von  allen  Arten  der  Selbsteinschätzung ­
  der  Vorzug  gebührt.  Zwar  hat  auch  sie  ihre  großen
Bedenken,  insonderheit  wird  der  Nnwahrhaftigkeit,  d.  h.  praktisch,  der
Möglichkeit  umfangreicher  Steuerhinterziehungen  Tür  und  Tor
geöffnet  sein;  die  Gegenwart  spricht  dafür  mit  erschütternder  Deut ­
            
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