Full text : Über asiatische Wechselkurse

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raten  für  tägliches  Geld  und  Depositen  auf  kurze  Kündigung ­
  meist  nur  ungefähr  den  Satz,  zu  dem  Geldgeschäfte
abgeschlossen  wurden,  angeben.  Einen  Privatsatz  im  Sinne
des  Londoner  oder  Berliner  Privatdiskonts  kennt  man  in
Indien  nicht;  bei  Wechseldiskontierungen  wird  der  Zins  zwischen ­
  den  Beteiligten  von  Fall  zu  Fall  festgesetzt,  offizielle
Notierungen  werden  darüber  nicht  veröffentlicht.  Immerhin ­
  nimmt  man  drüben  an,  daß  Platzwechsel  meist  zu  1%
unter  der  Rate  der  Bank  of  Bengal  gehandelt  werden,  die
sich  im  Jahresdurchschnitt  wie  folgt  stellte:
Bank  of  Bengal  1907  1908  1909  1910
Durchschnittlich  6,105°/ 0  5,83°/ 0  5,243°/ 0  5,326°/ 0
abzüglich  l°/ 0  5,105%'  4,83%  4,243%  T,326%
Londoner  Marktsatz  4,  53%  2,31  %  2,  31%  3,  18%
Kalkutta  über  LondoiTo,575%  2,52%  1,933%  U46%
t.t.  London/Kalkutta  l/4% 2  1/3%  1/3 31 /s2  l/4%2
Die  Höhe  der  Zinsspannung  Kalkutta-London  bewegt
sich  zwar  in  einem  ganz  ähnlichen  Rhythmus  wie  die  Jahresdurchschnitte ­
  der  t,  t,  Notiz,  aber  dennoch  sind  beide  Bewegungen ­
  als  durchaus  gegensätzlich  anzusehen,  da  höherer
indischer  Geldstand  indische  Forderungen  auf  London  im
Werte  mindert,  während  z.  B,  1/3%  für  1908  ein  hoher
Wechselkurs  ist,  (Sieht  man  die  t.  t.  Notiz  als  direkte  Notierung ­
  Englands  auf  Indien  an,  so  macht  der  höhere  Zins
Indiens  indische  Wechsel  wertvoller,  während  die  t,  t,  Notiz
einen  namhaften  Preisfall  zeigt.)  Das  Kursniveau  im  g  a  nz
  e  n  kann  daher  nicht  von  der  Zinsspannung  bestimmt  sein,
der  ähnliche  Rhythmus  beruht  vielmehr  darauf,  daß  durch
die  allgemeine  Weltkonjunktur  der  indische  Wechselkurs
und  der  englische  Marktdiskont  beeinflußt  wurden,  während ­
  der  indische  Banksatz  im  Jahresdurchschnitt  ziemlich
unverändert  blieb,  sodaß  die  Spannung  der  beiden  letzteren
lediglich  die  Bewegung  des  englischen  Satzes  deutlich  werden ­
  läßt.  Einer  ähnlichen  Täuschung  könnte  man  sich  hingeben, ­
  wenn  man  die  später  folgenden  Linien  des  Londoner
Silberpreises  mit  der  Kalkutta  t.  t,  Notierung  vergleicht.
Hier  zeigt  sich  auf  lange  Strecken  eine  so  ausgesprochene
Parallelität,  daß  man  glauben  könnte,  Silberpreis  und  indischer ­
  Wechselkurs  bedingten  einander,  Indien  sei  also  noch
            
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