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ganz hervorragenden Steigerung der Leistungsfähigkeit ausgewirkt.
Es würde deshalb in keiner Weise gerechtfertigt sein, die bisherige
Entwicklung umzukehren und den Individualismus, wo er Werte
schafft, durch einen Sozialismus oder Solidarismus zu ersetzen,
weil dadurch gerade die Triebkraft der hochentwickelten Wirt
schaftsfaktoren ausgeschaltet wird. Weil die sozialistischen Lö
sungen darauf hinausgehen, sind sie gescheitert, da man letzten
Endes doch einsehen mußte, daß ohne die Ausnutzung der indivi
duellen Triebkräfte der Unternehmer in der Volkswirtschaft keine
Entwicklung möglich ist. Dadurch aber, daß die ganze Wirtschaft
auf das einheitliche individualistische Prinzip eingestellt wird, ent
stehen außerordentliche Entwicklungsmöglichkeiten für jeden ein
zelnen in der Wirtschaft tätigen Menschen, und damit ist eine
überreiche Quelle neuer Energien erschlossen, die sich produktiv
im allgemeinen Interesse entfalten können. Wegen dieser imma
nenten Kräfte wird sich der Sozialindividualismus durch seine
gesunden Grundlagen gegen alle Widerstände mit Naturgewalt
durchsetzen, selbst wenn die Widerstände noch weiter wie bisher
durch den politischen Kampf gesteigert werden sollten. Die Aus
wirkung des soziahndividualistischen Systems beseitigt auch die
Gefahren, die im bisherigen System gegenseitigen Kampfes, die
Trustentwicklung, in sich birgt. Denn den Trusten und Kon
zernen stehen die entsprechend zusammengefaßten Energien
der Arbeitsaktien gegenüber und halten ihnen die Wage. Es
wird ganz gleichgültig, wie weit und bis zu welcher Höhe sich das
Kapital zusammenschließt, weil in der gleichen Weise sich auch
die Macht der Arbeitsaktien akkumuliert. Die Arbeit wird da
durch gegenüber jedem Kapital in gleich günstiger Lage
bleiben, da die Zusammenfassung der kapitalistischen Energien
auch die entsprechende Zusammenfassung der sozialen Energien
bedingt. Dieses Gleichgewicht der Kräfte stellt einen wertvollen
Friedensfaktor dar, und unsere Wirtschaft braucht Frieden.
Wenn von Arbeitnehmerseite gegen die Beteiligung eingewendet
wird, daß eine Beteiligung dem notwendigen Ausgleich der Löhne
mit den veränderlichen wirtschaftlichen Existenzbedingungen
hemmend entgegenstände, ein Einwand, der zweifellos auch gegen
die Arbeitsaktie gemacht werden dürfte, so ist dem entgegenzu
halten, daß das Beteiligungssystem durch die Arbeitsaktie keines
wegs davon berührt wird. Die Entlohnung muß sich in jedem
Falle nach dem Werte des Geldes richten, sie steigt (aller
dings nur zahlenmäßig) bei geringerem Geldwert, da der Arbeits