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ITI. Das Leben des Buddha.
Anuruddha hielt an die Mönche eine Ansprache, forderte sie auf,
gefaßt zu sein und schickte den Ananda zu den Mallas, die die vor
her unterbrochenen Geschäfte auf dem Rathause fortsetzten. Bei der
Todesnachricht wehklagten sie laut. Sie zogen zur Leiche und sieben
Tage lang ehrten sie den toten Meister mit Tanz. Gesang, Instru
mentalmusik, Kränzen und Räucherwerk. Am siebenten Tage trugen
acht der angesehensten Mallas die Leiche nach einem Heiligtum in
der Nähe der Stadt Kusinagara, und dort wurde sie mit den Ehren
verbrannt, die man einem Weltherrscher zu erweisen Pflegt. Die
Überreste wurden durch den Brahmanen vroya an die verschiedenen
Fürsten und Adligen verteilt. Einen Teil erhielten auch die Säkyas
von Kapilavastu, die darüber einen Stüpa (Reliquienhügel) errich
teten. Dieser ist 1898 von W. C. PePPo bei Piprävä im Tarai
gefunden und geöffnet worden. Er zeichnete sich vor den andern
dort befindlichen Ltüpas durch seinen Umfang und seine auffallende
Gestalt aus. Zehn Fuß von der Spitze entfernt fand sich eine kleine,
zerbrochene Steatiturne, die voll Lehm war, in dem Kügelchen, Kri
stalle, Goldschmuck, geschnittene Sterne u. dgl. eingebettet waren.
Von da ab zog sich in die Tiefe hinab ein kreisrunder Schacht,
der mit Lehm angefüllt und von Mauerwerk umschlossen war. Nach
dem man achtzehn Fuß durch dieses feste Mauerwerk gegraben hatte,
stieß man auf eine riesige Steinplatte, die sich bei weiterer Aus
grabung als der Deckel eines massiven Saudsteinkastens erwies.
Der Deckel war durch den Druck des Mauerwerks in vier Teile
zerbrochen, der Kasten aber trotzdem völlig geschlossen, da die Stücke
durch die Art der Befestigung des Deckels fest zusammenhielten.
Sie konnten ohne Beschädigung des Inhalts des Kastens entfernt
werden. Der Kasten selbst war aus hartem, feinem Sandstein von
hervorragender Güte, und mit gewaltiger Arbeit und großen Kosten
aus einem massiven Felsblock ausgehöhlt, der von weit her hin
geschafft worden sein muß, da in der Nähe sich ähnliches Gestein
nicht findet. Im Innern des Kastens stand eine Steatiturne, die
in alter Lräbinischrift und in Mägackbi-Sprache die Inschrift zeigte:
„Dieser Behälter der Reliquien des erhabenen Buddha aus dem
Geschlechte der Säkyas ist die fromme Stiftung der Brüder samt
den Schwestern, mit Kindern und Frauen". Unmittelbar rechts von
dieser Urne stand eine prachivolle Kristallbüchse, zu der ein Deckel
gehörte, der hohl und mit gekörnten Sternen aus Blattgold an
gefüllt war. Der Griff des Deckels hat die Gestalt eines Fisches.
Links von der Urne stand eine Base, vor beiden ein flaches, korb-