Full text : Die Deutsche Volksversicherung

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rungsanstalten  in  Deutschland"  es  gleichwohl  wagt,  den  Gründern
der  „Deutschen  Volksversicherung"  unlautere  Nebenabsichten  zu  unterstellen, ­
  so  spricht  er  damit  eine  Verdächtigung  aus,  deren  Haltlosigkeit ­
  auch  ihm  selbst  bewußt  sein  sollte.  Herr  Kapp  kennt  doch  bas
Wort:  „Man  sucht  niemand  hinter  der  Tür,  man  habe  denn  selbst
dahinter  gestanden"?  Nur  durch  seine  Winkelzüge  ist  eine  schnelle  Erledigung ­
  der  Sache  verzögert  worden.  Er  veranlaßte  zunächst  den
„Zentralausschuß  zur  Förderung  der  Volksversicherung",  um  ihm
nach  dem  9.  Januar  1913  den  Todesstoß  zu  versetzen,  als  er  sich
nicht  dazu  bereitfinden  wollte,  den  „Verband  öffentlicher  Lebensversicherungsanstalten" ­
  als  das  einzig  Wahre  zu  erklären.  Herr  Kapp
schuf,  als  alle  Stränge  rissen,  das  Kartell  mit  den  von  ihm  doch  so  tief
gehaßten  alten  Volksversicherungsgesellschaften,  um  ein  einheitliches
Vorgehen  auf  dem  Gebiete  der  gemeinnützigen  Volksversicherung  zu
hintertreiben.
Auf  Herrn  Geheimen  Oberregierungsrat  Dr.  Kapp  lastet  die
schwere  Schuld,  ein  einheitliches  Vorgehen  aller  nationalen  Kreise
auf  dem  Gebiete  der  gemeinnützigen  Volksversicherung  verhindert
zu  haben.  Hätte  Herr  Kapp  gewollt,  so  hätten  wir  heute  eine
allgemeine  deutsche,  gemeinnützige,  nationale  Volksversicherung,  in
der  alle  Teile  unseres  Volkes  mitarbeiten  könnten.  So  aber  sehen
wir  das  klägliche  Schauspiel  vor  uns,  daß  Männer  der  „Deutschen
Volksversicherung",  einem  wahrhaft  nationalen  und  gemeinnützigen
Unternehmen,  das  ein  Idealbild  wirtschaftlicher,  politischer  und  konfessioneller ­
  Neutralität  bildet,  den  Kampf  ansagen  und  ihn  in  einer
Weise  führen,  wie  er  im  Interesse  der  nationalen  Sache  nicht  geführt ­
  werden  darf.  Für  sich  haben  die  öffentlichen  Lebensversicherungsanstalten ­
  damit  nicht  viel  erreicht.  Wohl  aber  sind  sie  die  Veranlassung ­
  dazu  geworden,  daß  die  große  Sterbekasse  des  „Deutschen
Kriegerbundes",  die  ursprünglich  mitarbeiten  wollte  in  der  großen
gemeinnützigen  Volksversicherung,  trotz  des  Murrens  vieler  Tausende
seiner  Mitglieder  zur  —  „Friedrich  Wilhelm"  abschwenkte,  als  die
Einigungsverhandlungen  gescheitert  waren.  Alle  diese  Vorgänge  sind
höchst  bedauerlich  und  liegen  keineswegs  im  nationalen  Interesse.
Uns  nationalen  Arbeitern  hat  das  viel  erwähnte  Protokoll  vorgelegen, ­
  als  wir  am  24.  Januar  1913  im  Verein  mit  nationalen
Organisationen  des  Mittelstandes  den  Gründern  der  „Deutschen
Volksversicherung"  nahelegten,  den  Plan  trotz  allem  durchzuführen.
Den  höchsten  Behörden  des  Reichs  ist  dieses  Protokoll  bekannt  gewesen, ­
  als  sie  der  jungen  Gesellschaft  ihre  Unterstützung  zuwandten.
Der  Staatsminister  Dr.  Graf  von  Posadowsky-Wehner  kannte  nicht
minder  jedes  Wort  dieses  Protokolls,  als  er  in  dankenswerter  Weise
den  Vorsitz  im  Aufsichtsrat  übernahm.  Glaubt  wirklich  jemand
im  Ernst,  es  hätte  sich  einer  dieser  Beteiligten  dazu  hergegeben,  private ­
  Interessen  irgendeiner  Finanzgruppe  mit  feinem  Namen  zu
decken?  Nein!  —  Wir  alle  wußten,  was  wir  taten!  Wir  sahen  in
der  Gründung  der  „Deutschen  Volksversicherung"  eine  nationale  und
soziale  Notwendigkeit.  Wir  wußten,  daß  nur  Unverstand  oder  böser  Wille
Verdächtigungen  aussprechen  konnten,  wie  sie  heute  von  den  Sozialdemokraten ­
  und  den  öffentlichen  Anstalten  in  brüderlicher  Eintracht
merbreitet  werden.  Hätte  der  Geheime  Oberregierungsrat  Dr.
Kapp,  wie  es,  um  mit  Schiller  zu  sprechen,  „Pflicht
sur  jeden"  ist,  zum  Ganzen  gestrebt,  statt  unser  Volk
            
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