Full text : Übervölkertes Land

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Die  Bevölkerungsverhältnisse  der  Erde

mehr  selbst  ernähren  konnten,  war  der  Zuschub  aus  den  dünner
besiedelten  Gegenden  unabweisliehes  Bedürfnis.  Der  Chinese  der
Kulturgebiete  ist  dadurch  zum  erstklassigen  Kaufmann  erzogen
worden.
Betrachten  wir  nun  Britisch-Indien.
Im  Jahre  1901  betrug  dessen  Bevölkerung  294  36  Millionen,
wovon  23P9  Millionen  auf  die  unmittelbaren,  62'46  Millionen
auf  die  mittelbaren  Besitzungen  entfielen.
Durch  Pest  und  Hungersnot  hatte  in  dem  Jahrzehnt  seit
1891  ein  großes  Gebiet,  nämlich  Zentralindien  und  das  nordwestliche ­
  Dekhan  eine  Abnahme  der  Einwohner  erfahren,  und  zwar
bei  den  mittelbaren  Besitzungen  von  5%.  Die  unmittelbaren  Besitzungen ­
  dagegen  wiesen  einen  Zuwachs  von  4 - 7%  auf.
In  diesem  Dezennium  betrug  die  Zunahme  ganz  Britischindiens ­
  nur  1‘5%  gegen  ll°/ 0  im  vorhergegangenen.
Die  Auswanderung,  der  auch  eine  Rückwanderung  entgegensteht, ­
  betrug  daher  1901  nur  34.147  Personen,  darunter  21.000
Kulis.  Die  Sterblichkeit  hatte  namentlich  durch  Hunger  und  Pest
sehr  zugenommen.  Sie  stieg  von  1899  bis  1901,  auf  das  Tausend
berechnet:  in  Bengalen  von  31'2  auf  36’6,  im  Pandschab  von
29'6  auf  47’7,  in  den  Zentralprovinzen  von  2ST  auf  56’8,  in
Bombay  von  35 - 7  auf  70T,  in  Berar  von  39  9  auf  S2'7,  in
Adschmir  Merwara  von  33 - 2  auf  120  usw.
Im  Jahrzehnt  von  1901  bis  19.11  scheinen  sich  die  Verhältnisse ­
  wesentlich  gebessert  zu  haben.  In  diesem  Dezennium
betrug  die  Bevölkerungszunahme  in  den  unmittelbaren  Besitzungen
5‘5%,  in  den  mittelbaren  12'9%.  Die  Zählung  1911  gibt  die
Bevölkerung  Indiens  mit  über  315  Millionen  an.  Heute  sind  es
etwa  333  Millionen.  Diese  gewaltige  Menschenansammlung  beherbergt ­
  also  auf  relativ  engem  Raume  wieder  nahezu  ein
Fünftel  der  ganzen  Erdbevölkerung.
Trotz  dieser  außerordentlich  großen  Bevölkerungsdichte  ist
die  Landwirtschaft  ziemlich  rückständig.
Im  Jahre  1903  waren  vom  Gesamtareal  Britisch-Indiens
nur  205'2  Millionen  Acres  =  830.460  hm 1  wirklich  bebaut;
37‘2  Millionen  Acres  lagen  brach,  108  Millionen  sind  noch
kulturfähig,  67'5  Millionen  sind  Wald,  134’4  Millionen  Acres
sind  Ödland.
            
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