Full text : Das Minenwesen in Argentinien

welche  wenig  Gehalt  haben,  in  gewinnbringender  Weise
verhüttet  werden  können.  Das  ist  ein  Gedanke,  der
schon  vor  Jahrzehnten  auftauchte,  und  der  nicht  nur
wegen  der  Verringerung  der  Transportkosten  der  Erze,
sondern  auch  in  anderer  Beziehung,  namentlich  zur  Herstellung ­
  verschiedener  Erzmischungen  gleich  an  Ort  und
Stelle,  sehr  viele  Vorteile  bietet,  vor  allem  den,  daß  das
Brennmaterial  (Steinkohlen)  ja  verhältnismäßig  billig  dorthin ­
  geschafft  werden  kann.  Solange  wenigstens  müßte
die  Kohle  von  Europa  bezogen  werden,  als  in  Argentinien
keine  abbauwürdige  Steinkohle  gefunden  worden  ist.  Und
da  möchte  ich  mich  auch  an  dieser  Stelle  noch  dahin
äußern,  daß  die  Wahrscheinlichkeit,  abbauwürdige  Kohle
zu  finden,  nach  allen  bisherigen  Beobachtungen  trotz
aller  bisherigen  Mißerfolge  doch  vorhanden  ist.  Und
dann  —  sollte  wider  Erwarten  das  Auffinden  eines  abbauwürdigen ­
  Kohlenflözes  sich  noch  verzögern,  so  ist  ja
Argentinien  in  der  glücklichen  Lage,  über  eine  gewaltige
Masse  „weißer  Kohle“  zu  verfügen,  ln  den  Gebirgen  des
Landes  sind  noch  ungezählte  Wasserkräfte  vorhanden,
deren  Benutzung  nur  in  allerkleinstem  Maßstabe,  so  z.  B.
in  der  Sierra  de  Cordoba,  in  Angriff  genommen  ist.  Die
Anwendung  der  Elektrizität  auf  dem  Gebiete  der  Aufbereitung ­
  und  Verhüttung  der  Erze  ist  ja  erst  im  Anfang  begriffen. ­
  Aber  auch  hier  werden  im  Laufe  der  Jahre
sich  die  Methoden  immer  mehr  vervollkommnen,  so  daß
auch  von  dieser  Seite  her  dem  Minenbetriebe  Argentiniens
eine  zum  Aufblühen  führende  Unterstützung  erstehen  wird.
Aber  noch  eins:  Wir  dürfen  nie  vergessen,  daß  Argentinien ­
  noch  ein  junges  Land  ist,  wo  gerade  auf  dem
Minengebiete  die  wildesten  Spekulationen  einen  fruchtbaren ­
  Boden  finden.  Und  gerade  dieser  Umstand  muß
bei  der  Beurteilung  des  Darniederliegens  des  Minenwesens ­
  Argentiniens  sehr  in  Rechnung  gezogen  werden.
Aber  auch  da  sind  sichere  Anzeichen  der  Besserung  vorhanden. ­
  Die  schon  oben  erwähnte,  unter  Hermittes  zielbewußter ­
  Leitung  einsetzende  Tätigkeit  der  Direktion  de
Minas  y  Geologia  (Minendepartement)  richtet  vor  allen
Dingen  ihr  Augenmerk  darauf,  daß  die  im  großen  Ganzen
            
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