Full text: 10 Jahre Wiederaufbau

größte Binnenschiffahrtsunternehmung Europas, auf 
der Donau tätig. Neben ihr hatten noch die Süd- 
deutsche Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, sowie 
aine weitere deutsche, eine ungarische, die serbische 
und die staatlich rumänische Schiffahrtsgesellschaft 
entsprechend dem Umfang ihrer Betriebsmittel und 
Zinrichtungen an der Bewältigung des ganzen 
Donauverkehres ihren Anteil. Die Bestimmungen 
des Staatsvertrages von St. Germain: über die Ab- 
tretung eines Teiles des österreichischen 
Flußschiffsparkes und über die Verteilung der 
Donauhandelsflotte mußten einerseits auf den schon 
durch den Krieg schwer beeinträchtigten Besitzstand 
der österreichischen Gesellschaft und mit ihr der öster- 
reichischen Donauschiffahrt überhaupt, andererseits 
aber auch auf die Zusammensetzung der ganzen 
Donauschiffahrt von maßgebendem Einfluß sein. 
Was zunächst die Flotte der Ersten Donau-Dampf- 
schiffarts-Gesellschaft und ihre Leistungen anlangt, 
stellen sich diese zufolge der erwähnten Schiffsverluste 
während des Krieges sowie der auf Grund des Schieds- 
spruches des amerikanischen Schiedsrichters erfolgten 
Abtretungen von Fahrzeugen nach dem Kriege folgen- 
dermaßen dar: Die gesellschaftliche Dampferflotte be- 
stand zu Ende des Jahres 1913 aus 142 Schiffen mit 03.400 
ind. PS, zu Ende 1927 aus 77 Schiffen mit 45.700 ind. PS, 
die Schleppschiffflotte im Jahre 1913 aus 808 Schlepp- 
schiffen (Warenbooten) mit 473.000 Tonnen Trag- 
fähigkeit, zu Ende 1927 aus 400 Warenbooten mit 
220.000 Tonnen Tragfähigkeit; hiezu kommen zu 
Ende 1927 27 Petroleumtanks mit 10.000 Tonnen 
Tragfähigkeit. Die Leistungen des Schiffsparkes be- 
tiefen sich im Jahre 1913 auf 273.000 Fahrstunden 
nit 27 Millionen Fahrkilo- 
meter, im Jahre 1927 dagegen 
auf 162.000 Fahrstunden mit 
"4 Millionen Fahrkilometer, 
der Schleppverkehr im Jahre 
[913 auf 4'4 Millionen Schlepp- 
kilometer, im Jahre 1927 auf 
3'4 Millionen. Die Betriebs- 
linien hatten im Jahre 1013 
eine Ausdehnung von 2553 
Kilometern im Personendienst 
und von 4240 Kilometern im 
Frachtenverkehr, im Jahre 1927 
dagegen eine solche von 1772 
Kilometern im Personen- und 
von 3114 Kilometern im Frach- 
tenverkehr. 
Im Zusammenhang mit der 
erwähnten Abtretung zahl- 
:eicher Fahrzeuge aus dem 
Besitzstande Österreichs, Un- 
garns und Deutschlands an 
bestimmte andere Staaten 
wurde aber auch der nationale 
Jonauschiffspark der letzteren, soweit ein solcher schon 
‚or dem Kriege vorhanden war, wesentlich ge- 
;tärkt, soweit dies aber nicht der Fall war, neu 
zeschaffen. Hiedurch traten folgerichtig weitere Ver- 
‚hiebungen ein. Vor dem Kriege waren die Donau- 
ransporte zum überwiegenden Teile und vor allem 
»berhalb des Eisernen Tores in den Händen der öster- 
‚eichischen und der ungarischen Gesellschaft, während 
lie rumänischen und griechischen Gesellschaften ins- 
jesondere Transporte unterhalb des Eisernen Tores 
jesorgten; der serbische Anteil an der Donauschiff- 
ahrt war verhältnismäßig nicht sehr bedeutend, der 
‚ulgarische kaum nennenswert. Nach Vollziehung der 
;chiffsabtretungen jedoch änderte sich das Bild voll- 
tändig. Seit der hiedurch bewirkten Stärkung der 
Fonnage schon früher bestandener Schiffahrtsunter- 
ı1ehmungen und der völligen Neugründung solcher 
1at die früher doch im Wesen eher als national zu 
wertende Donauschiffahrt einen viel mehr inter- 
1ationalen Charakter angenommen, und oberhalb wie 
mterhalb des Eisernen Tores begann sich auch die 
Jleutsche, tschechoslovakische, jugoslawische, rumänische, 
griechische, französische und niederländische Schiff- 
fahrt auszudehnen. 
So waren beispielsweise bereits im Jahre 1024 die 
änzelnen Flaggen am gesamten Donauverkehr im 
olgenden Ausmaße beteiligt: S. H. S. mit F28 Mil- 
ionen Tonnen, Österreich mit 0°83, Rumänien mit 
5'48, Ungarn mit O0°41, das Deutsche Reich mit O0'21 
und die Tschechoslovakische Republik mit O1 Mil- 
lionen Tonnen. 
Der Weltkrieg und die durch ihn hervorgerufenen, 
für den Donauverkehr maßgebenden politischen und 
ak 17] ] 
Bodenseedampfer „Österreich”. erbaut durch die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschafi 
1 uf
	        
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