Full text: Theoretische Sozialökonomie

$ 13. Supplementäre Prinzipien der Preisbildung. l 
sehr klein, und kleiner als die Druckkosten der kleineren Druckerei. 
Die Überlegenheit des Großbetriebs tritt hier in seiner Fähigkeit, 
größere und bei guter Ausnutzung billigere Maschinen, Anlagen usw. 
zu verwenden, zutage. 
In der Regel und prinzipiell kann aber der Umfang der wirklich in Anspruch 
genommenen Dienste nicht als eine gegebene Größe des Problems der Preisbildung 
für die Dienste betrachtet werden, denn dieser Umfang hängt selbst vom Preise der 
Dienste ab. Wir haben dies an dem Beispiel der Straßenbahnen gesehen. Sobald der 
Preis desjenigen Produkts, das verkauft werden soll, wesentlich vom Preise des be- 
trachteten Dienstes abhängt, wird die Menge der in Anspruch genommenen Dienste, 
also die Nachfrage nach den Diensten, vom Preise derselben abhängen und mit 
steigenden Preisen sinken. Die Zahl der Dienste, auf welche die Gesamtkosten zur 
Berechnung des Preises verteilt werden sollen, ist also vom Preis selbst abhängig. 
Die Bestimmung dieses Preises durch gleichförmige Verteilung der Gesamtkosten 
auf die in Anspruch genommenen Dienste ist demnach aufrechtzuerhalten. Nur führt 
diese Bestimmung jetzt zu einer Gleichung, welche mit Bezug auf den Preis erst 
gelöst werden muß. Möglicherweise läßt diese Gleichung mehrere Lösungen zu. Für 
diesen Fall brauchen wir die zweite speziellere Forderung, die unser Prinzip enthält: es 
soll der niedrigste Preis gewählt werden, der die erste Forderung, also unsere Glei- 
chung, erfüllt. 
Im allgemeinen gibt es zwei Lösungen unserer Gleichung. Denken wir uns 
nämlich, daß ein gewisser Preis die Bedingung erfüllt, daß der Gesamtertrag den 
Gesamtkosten gleichkommt. Die Elastizität der Nachfrage ist dann im allgemeinen 
größer oder kleiner als eins. Nehmen wir zunächst an, daß sie kleiner ist. Wenn 
dann der Preis gesteigert wird, wird sich die Nachfrage in langsamerem Tempo 
senken, folglich der Gesamtertrag steigen und die festen Gesamtkosten übertreffen, 
Dies kann aber nicht ins unendliche fortgesetzt werden. Es wird ein Punkt kommen, 
wo die Nachfrage stärker gegen die Preissteigerung reagiert und so viel heruntergeht, 
daß der Gesamtertrag sinkt und schließlich auf den Betrag der Gesamtkosten zurück- 
kommt. Daß dies immer der Fall sein muß, versteht man, wenn man bedenkt, 
daß ein Preis immer gedacht werden kann, der hinreichend hoch ist, um die Nachfrage 
und damit auch den Ertrag vollständig zu vernichten. Ist dagegen die Elastizität 
im Anfangspunkt größer als eins, wird eine Preissenkung eine Steigerung der Nach- 
frage in stärkerem Tempo und also eine absolute Steigerung des Gesamtertrags 
über die Gesamtkosten hinaus veranlassen. Aber auch diese Bewegung muß um- 
kehren und es muß ein kleinerer Preis gefunden werden können, der den Gesamtertrag 
wieder in Übereinstimmung mit den Gesamtkosten bringt, was dadurch ersichtlich 
ist, daß der Preis Null offenbar den Gesamtertrag auf Null herabsetzen muß. Es 
gibt folglich im allgemeinen mindestens zwei Lösungen unserer Gleichung. Es läßt 
sich aber auch denken, daß jeder Preis innerhalb gewisser Grenzen diese Gleichung 
erfüllt. Wenn nämlich die Nachfrage eines Dienstes innerhalb gewisser Grenzen 
seinem Preise umgekehrt proportional ist, also die Elastizität gleich eins ist, wird eine 
Steigerung des Preises eine proportionelle Senkung der Nachfrage und somit eine 
proportionelle Steigerung der Kostenquote, die auf jeden Dienst kommt, veranlassen, 
wodurch die Übereinstimmung zwischen Preis und Kostenquote gewahrt wird. 
In solchen Fällen ist offenbar unsere zweite Forderung notwendig, um die Preis- 
bildung zu bestimmen. 
Die Produktionskosten eines Gutes können nun ferner aus dem 
Grunde unbestimmt sein, weil verschiedene Produktionsmethoden tech- 
9;
	        
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