Full text : Der Zucker im Kriege

84
Prozentuale  Steigerung  der  Kleinhandelspreise
(harter  Zucker:  Brote)  vom  Juli  1912  bis  Juli  1916.

Provinz  Ostpreußen  11,34%
„  Westpreußen  9,72  %
Stadtkreis  Berlin  13,33  %
Provinz  Brandenburg  ..  11,45  %
„  Pommern  10,98  %
„  Posen  11,50%
„  Schlesien  5,17  %
„  Sachsen  8,20  %
„  Schleswig-Holstein  4,25%
„  Hannover  11,16  %
Westfalen  10,69%
Hessen-Nassau  10,66%
„  Rheinland  13,73%
Hohenzollern  3,13%

b)  Bedarf  der  Zucker  verarbeitenden  Industrie.
Mit  der  zunehmenden  Knappheit  an  Lebensmitteln  war  die  Bevölkerung ­
  frühzeitig  durch  Flugblätter  und  öffentliche  Anschläge  auf
die  Möglichkeit  einer  reichlicheren  Verwendung  von  Zucker  und  zuckerhaltigen ­
  Nahrungsmitteln  hingewiesen  worden.  Die  günstige  Lage
der  deutschen  Zuckerwirtschaft  zu  Beginn  des  Krieges  konnte  die  Annahme ­
  wohl  berechtigt  erscheinen  lassen,  daß  die  infolge  des  Ausfuhrverbotes ­
  dem  Jnlande  verbleibende  Zuckermenge  einen  anderweitigen
Ausfall  an  Nahrungsmitteln  reichlich  zu  decken  imstande  wäre.  Nicht
nur  der  Zuckerverzchr  in  den  Haushaltungen,  sondern  insbesondere
auch  der  Zuckerverbrauch  der  Zucker  verarbeitenden  Industrie
steigerte  sich  aber  im  Lause  des  Jahres  1915  von  Monat  zu  Monat
in  ungeahntem  Maße.  In  der  Denkschrift  über  wirtschaftliche  Maßnahmen ­
  aus  Anlaß  des  Krieges,  Nachtrag  VIII,  Seite  34,  ist  der
Mehrverbrauch  im  Jahre  1914/15  gegenüber  dem  Jahre  1913/14  auf
nahezu  2  700  000  Doppelzentner  (Rohzuckerwert)  berechnet  worden.
Nach  der  Steuerstatistik  entfällt  die  Steigerung  ausschließlich  auf  die
Monate  vom  April  1915  ab.  Sie  ist  in  der  Hauptsache  auf  die  stark
erhöhte  Verarbeitung  von  Zucker  zu  Aufstrichmitteln,
wie  Marmelade  und  Kunsthonig,  zurückzuführen,  für  die  bei  dem
fühlbaren  Fettmangel  besonders  in  den  nördlichen  Teilen  des  Reiches
verstärkte  Nachfrage  einsetzte.  Auch  bei  der  Verarbeitung  zu  Süßigkeiten ­
  dürfte  in  dieser  Zeit  ein  nicht  unerheblicher  Mehrbedarf  an
Zucker  eingetreten  fein.
Um  den  Zuckerbedarf  der  Bevölkerung  für  den  unmittelbaren
Verbrauch  sicherzustellen,  sah  sich  die  Reichsregierung  bereits  im
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.