Full text : Kurzer Bericht über Arbeiten zu Eignungsprüfungen für Flieger-Beobachter

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W.  Benary.

[16,285]

Ich  war  auch  in  bezug  auf  die  Richtung  dadurch  benachteiligt,  dafs  ich
die  ganze  Kartenlage  verschoben  hatte,  und  ich  suchte  deshalb,  in  der
Hauptrichtung  vorausgehend,  in  einer  falschen  Rich  t  u  ng  zum  Kartenbild. ­
  Ich  wufste  jetzt  noch  eine  Weile,  der  Weg  ist  falsch,  bis  ich  beim
Absuchen  das  sehr  charakteristische  grofse  Dorf  sah,  dessen  Form  ich  mir
schon  bei  der  Darbietung  prägnant  gemerkt  batte  (2,  Dorf  vom  Anfang).
Nun  ging  ich  den  nächsten  Weg  darauf  los,  und  von  dort  bis  zum  Schlufs
war  es  sicher,  sowohl  in  der  Richtung  wie  in  der  Form  des  Zieldorfes.
Es  ist  ganz  auffallend,  wie  schwer  beim  Rückweg  der  Anfang  ist.
Wenn  man  die  erste  Richtung  erst  hat,  dann  wird  es  leichter.  Sehr
wesentlich  ist  auch,  dafs  ich  durch  das  Abschneiden  der  Karte  bei  der
Darbietung  den  deutlichen  Eindruck  hatte:  hier  ist  ein  Ende,  während
man  bei  der  grofsen  Karte  zur  Einzeichnung  auf  einmal  neu  in  einer
grofsen  Fläche  darin  steht.
Zusammenfassung.
Das  optische  Moment  scheint  fast  ausschliefslich  zu  entscheiden. ­
  Die  Neigung  zu  Ganzauffassungen  herrscht  neben
einem  grofsen  Reichtum  einzelner  Gestalten  vor.  Auch  für  den
Weg  wird  die  Bildung  einer  Gesamtkurve  angestrebt,  doch  tritt
daneben  die  summative  Zusammensetzung  aus  einzelnen  Zonen
hervor.  Das  Richtungsmoment  tritt  in  Beziehung  zur  optischen
-  Erstrecktheit,  d.  h.  für  das  Finden  einer  Richtung  wird  eine
Gerichtetheit  der  gesehenen  Dinge,  z.  B.  Dörfform,
Bahn,  Wegefigur  mafsgebend;  optische  Hilfen  und  Wortauffassungen, ­
  wie  „rechts“  spielen  eine  Rolle.  Die  Prägnanz  der
Gestaltaulfassungen  und  der  Widerstand  der  Gestalten  gegen
Basalitätsverschiebung,  also  Betrachtung  von  einer  anderen  Seite,
tritt  ebenso  wie  in  allen  anderen  Versuchen  bei  der  Yp.  hervor
(Weg  2  und  4).  Das  Verhalten  der  Vp.  gegen  das  Tempo  von
Darbietung  und  Einzeichnung  ist  charakteristisch  für  die  Art  des
optischen  Verhaltens  (Weg  1  und  2),  ebenso  das  Wertlegen
auf  die  Isolierung  der  wichtigen  Gestalten  (Weg  4  Schlufsbemerkung),
  und  die  besonders  hervorgehobene  Schwierigkeit  der
Anfangsrichtung  beim  Rückweg,  die  ausgesprochen  optisch,  nicht
kinästhetisch  ist.
c)  Unterscheiden  ähnlicher  Figuren  aus  dem
unmittelbaren  Gedächtnis.
Die  Prüfung  wurde  mit  3  Serien  Karten  durchgeführt;  da
sich  jedoch  zeigte,  dafs  bei  der  1.  Serie  das  Ergebnis  nicht  eindeutig ­
  ist,  sind  hier  nur  die  beiden  anderen  Serien  (C,  D)  berücksichtigt. ­

            
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