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«chaftliche Faktoren nicht entzogen sein, welche aus der Thätig-
keit der Gesellschaft entstanden sind, so das Eigentum, die Rechts
ordnung, die Land- und Wasserwege, die Errungenschaften der
Künste und der Wissenschaften, Das alles muss sich aber nicht in
seinem ausschließlichen, persönlichen und eigentümlichen Besitze
befinden, es kann und sollte immer der Gesellschaft Vermögen sein,
von welcher er ein Teil ist. Und da nun auch Kapital und Arbeit
nicht Eigentum des Unternehmers sein müssen, so ist es doch Eines,
was eine von der Person des Unternehmers untrennbare Eigenschaft
darstellt. Wenn auch alle Faktoren, die im Unternehmen irgend eine
Rolle spielen, fremdes Eigentum sein dürfen, so kann es nicht der
Mut, seine wirtschaftliche Existenz allen den mannigfaltigen Ge
fahren auszusetzen, welche die Verbindung und Benützung der
kapitalbildenden Elemente für den Unternehmer haben. Wie ent
steht aber dieser Unternehmermut, was sind seine Bedingungen?
Das Bewusstsein der Kraft ist er, das Bewusstsein alle persönlichen
Kapitalien zu besitzen, und seine Bedingungen sind die physische,
geistige und sittliche Gesundheit; nur aus ihr kann der Mut ent
springen. Er erscheint als eine höhere Potenz des Temperamentes,
deren Bethätigung sich mit der ganzen, vollen und ungeteilten Summe
des persönliches Kapitals den Gefahren des Unternehmens entgegen
stellt; und während selbst der leitende Beamte eines solchen nur als
Arbeiter seine verschiedenen Thätigkeiten gegen bestimmten oder
unbestimmten Lohn der Unternehmung widmet, so ist der Unter
nehmer selbst, wenn er auch nicht eigene Arbeit an das Unter
nehmen setzt, von vornherein gezwungen, demselben unter allen
Umständen seinen Mut, und zwar jenen sittlichen Mut, der aus
dem Vollbesitze des ganzen dreieinigen persönlichen Kapitals ent
springt, zu weihen.
Die Verbindung aller menschlichen Kräfte also und eine höhere
Potenz des Temperaments ergeben das Produkt des Unternehmer
geistes, das charakteristische Merkmal des Unternehmers und seine
bewegende Kraft.
Ein Irrtum aber würde es sein, wenn wir diesen Eigenschaften
des Unternehmers allein die kapitalbildende Macht zuerkennen
wollten, aber ohne diese Eigenschaften ist die Kapitalbildung ebenso
wenig denkbar, wie ohne die Arbeit die Güterbildung.
Güter bilden sich unter dem Einflüsse von Angebot und Nachfrage
zu Kapitalien. Und alle jene Faktoren, welche der Unternehmer
durch seine Thätigkeit verbindet, sie sind dem Einflüsse des großen