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war jetzt Schöns Grundsatz^). Die Unterstützten, das war der leitende Ge
danke, sollten zeigen, daß sie das Geld fruchtbar zu machen verstanden. Die
Kabinettsordre vom 17. August 1821, deren Geltung ausdrücklich bestätigt
wurde, schützte es vor dem Zugriff der Gläubiger.
Die den Gutsbesitzern bewilligten Betriebskapitalien sollten nach Schöns
Absicht namentlich zum Ankauf von Schafen verwandt werden. In der
Förderung der Schafzucht als eines neuen ertragreichen Erwerbszweigs
erblickte er das beste Mittel, der Landwirtschaft aufzuhelfen. In den Jahren
bor dem Kriege war infolge der hohen Getreidepreise der Körnerbau zu
ausschließlich betrieben worden; deshalb verschüttete der Preissturz auf
dem Getreidemarkt dem Landwirt meist die einzige Einnahmequelle.
Schön hatte mit der Schafzucht schon in Westpreußen gute Erfahrungen
gemacht, seitdem er im Jahre 1821 Magnus von Brünneck, der in
Bellschwitz eine Musterschäferei errichtet hatte und dessen „Schaf-Sinn"
Schön nicht genug rühmen konnte, mit einem größeren Ankauf von Merinos
betraut hatte, um auf diese Weise den Gutsbesitzern die Anschaffung zu
erleichtern^). In Ostpreußen war auf Veranlassung des Ministeriums des
Innern im Jahre 1822 Ähnliches versucht worden. Aber erst nach Schöns
Amtsantritt wurde die Angelegenheit energisch betrieben. In seinem Auf
trag unternahm Brünneck in den Jahren 1824—26 weitere Ankaufsreisen.
1824 hat er den Gutsbesitzern 112 Störe und 3721 Schafe zugeführt, die
mit 30 472 Tlr. auf das Betriebskapital angerechnet wurden^). Schöns be
sonderes Anliegen war es, für eine rationelle Behandlung der Schafe
Sorge zu tragen. Er suchte einen guten Schäferstand auszubilden und gab
für diesen Zweck die Mittel aus dem Unterstützungsfonds her. Er hielt auch
die Gutsbesitzer an, sich einen Sortierer zu halten, der die Güter bereiste.
Dank dieser technischen Verbesserungen stieg der Ertrag der Schafzucht um
ein Bedeutendes. Während aus den Fahrenheidschen Gütern der Gewinn
aus der Wolle pro Schaf 1771—1802 kaum je % Taler überschritten hatte,
betrug er in den dreißiger Jahren 1—iy 3 Talers.
Es bedeutete also eine stattliche Wertvermehrung, daß der Bestand an
Schafen in Ost- und Westpreußen unter Schöns Verwaltung mehr als
verdoppelt wurde. (1802: 1102656; 1825: 1220510; 1843: 2687837.)
Die Schafzucht hat in der Folge der Provinz über manches böse Mißernten
jahr hinweggeholfen und hat sich wiederum, wie schon in früheren Jahr
hunderten, als ein vorzügliches Mittel des Retablissements bewährt.
Erfüllte somit ein Teil der Unterstützungsgelder den Zweck, eine bessere
0 Aus den Papieren III, 79.
2 ) Herre S. 31—36.
=0 Schön an Lottum 3. Dez. 1824.
4 ) Böhme S. 79—80.
Schriften des Instituts für ostdeutsche Wirtschaft. Heft !.
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