D. Bekämpfung des Gedurtenrüdganges 49
Schanftellung empfängnisverhütender Mittel (auch felbit in mediziniflhen Zeit
icOriften) ftrafredhtlid) verfolgbar. Der maßgebende Sefichtspunkt it der Schunk der
Bucht und Sitte, während unjer Strafgejebbuch Sejtmmungen zum Schube der
Ympfängnis nicht enthält. Dank dieler reidhsgerichtliden Ent{heidung find denn
auch die Anzeigen und Ankündigungen in SGe[Häftslokalen und Zeitungen ver[Htwunden.
Aug die Zufendung von Profpekten, bie Anzeigen von „Maffenfjen“ uw. find ftraf-
bar. — So erfreulich die EntjHeidung des Neihsgericht3 ijt, {o beruht fie doch auf
einer Auslegung, die aud) wieder geändert werden kann, anderfeits reicht fie nicht aus.
Xu die private gewerbsmäßige Verbreitung und Ver-
leitungzum Gebraug muß verboten fein. Prakil@ wird aber
ein [olde5 Verbot nur wirkam fein, wenn die Herftellung und der Verkauf öffent
ich Fontrollierten und Kontrollierbaren Stellen ausfchließlich geftattet wird.
Wer SGejcdhlechtskrankfheiten und Proftitution wirkffam bekämpfen, ander-
leit& die fittlidhe Kraft und freudige Bereitfchaft für die Opfer des Kinder.
jegen3 Iqhüßen und ftärfen will, joll unfere Jugend auch vor den fonftigen
jittliden Gefahren bewahren, die fih ihr heute auf Schritt und Tritt auf-
Yränaen, vor allen durch
IV. Sejdhränkung und Kontrolle der Öffentlichen Bergrügungen (Tanz:
belujtigungen, Schauftellungen, Lichtjpiele, Tingeltangel ujw.)
Bunächit it e& das Übermaß der Feite und Vergnügungen, welches
wirjer Bolt wirtihaftlih und jeelijdh an macht. Wer erinnert jich. nicht
des gewaltigen Sonntagsballaftes unferer Generalanzeiger und fonftigen
Tageszeitungen vor Begiun des Krieges, gefüllt mit den verlodenditen
Schilderungen und Einladungen zum Befudh von öffentlichen Vergnii-
gungen, Tanzbeluftigungen, Schauftellungen in Theatern, Kinos, Tingel-
tangeln ujm. Wo bleibt da Zeit, Geld und Sinn zur Pflege des Familien-
lebens, für Seift und Körper erfrifhende Spaziergänge in Wald und Feld,
Mr die gemeinfamen Freuden von Eltern und Kindern in Unterhaltung
und Spiel, in nachbarlidhen: Fanıilienverfehr ufw.? Noch fHlimmer
aber ift die Qualität der Vergniügungen. Auf die Erregung der niedrigiten
Triebe wird [pekxliert, die in Alkohol und rohen finnliHen Senüflen fi
auswirken, während echter Frohlinn in Familie und Freundeskreis, die
Siebe und Freude zur Natur, an einem guten Buch untergraben werden.
Daß da erft recht fein Raum bleibt für ernfte religiöfe Verinnerlidhung,
für Sildungsbeltrebungen ujw., liegt Har. €3 ijt tieftraurig, wie Io „der
Tag des Herrn“, der doch der rechten Erholung und Erhebung dienen
ll, ins Gegenteil verkehrt wird.
Der Ernit der Kriegszeit Hat auch hier ein Macdhtwort ge[prochen. Die
Beitungsbeilagen find dünner geworden. Den Sffentliden Vergnügungen
ind Schranken gefebt. Die Kinos ftehen unter [dharfer Kontrolle. Den
cohen Wigen und Lijternheiten der Tingeltangel ft Einhalt geboten.
Wird eine neue, ernftere Zeit diefe Schranken aufrechthalten, unjere
Yugend {Ohüben und ftüben gegen einen neuen Einbruch des Stromes der
DiBe, Bebnrienrüudgang und Sozialreiorm
x
Te kn
a a
a
x.
X S
nn
Pe