I
Vorwort zur 2. Auflage.
V on den kaufmännischen Bilanzen gilt mutatis mutandis
das Dichterwort:
In des Menschen Gesichte steht seine Geschichte. ....
Sein innerstes Wesen, es tritt hier ans Licht —
Doch nicht jeder kann’s lesen, verstehn jeder nicht.
Jede Einzelunternehmung ist nur ein größerer oder kleinerer,
bedeutender oder bedeutungsloser, aber doch ein Teil des Ganzen,
ein Glied in dem Räderwerk des auch heute noch so wenig ver
standenen Mechanismus der Volkswirtschaft. Wer die scheinbar
wesenlosen Zahlen einer Bilanz lesen will, muß das Walten und
Wirken seiner Zeit verstehen, unter anderem auch verstehen,
zwischen den Zahlen und Zeilen zu lesen. Und wie dem Künstler,
dem Chirurgen nur das Handwerksmäßige gelehrt werden kann,
die Handhabung des Werkzeuges, das Werk jedoch von der
Persönlichkeit des Schaffenden abhängig ist, so kann auch ein
Buch über Bilanzkritik nur eine Lehre vom Handwerkszeug sein,
d- h. hier eine Zusammenfassung der für die kritische Würdigung
erforderlichen bilanztechnischen, wirtschaftlichen und rechtlichen
Bedingungen und Bestimmungen.
Das vorliegende Buch ist keine Fibel des Bilanzwesens,
nicht für ABC-Schützen auf diesem Teilgebiet der Privatwirt
schaftslehre kaufmännischer Betriebe geschrieben Die zahlreichen