Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Nun war der Knid da. Der große Knid in der zufliidhen Ge- 
‚chichte, der die Tragik des europäifjgen Ofjtens ijt. RNukland, das 
fein gemeineuropäifhes Mittelalter, das nur ganz [HwadhHe NRenail- 
janceausläufer an [id erfahren hat: Rußland bekam jekt — . aus 
dem Nichts heraus ins NMidhts hinein — jeine gemeineuropäijde Auf- 
Härung. Eine jehr merfwürdige Aufklärung, jtar? nad Potemkin]der 
Urt, mit jähen Nücfällen in deipotilde Graujamkeit, aber immerhin 
im enger Beziehung zum Wefjten. Rußland wollte jeßt die Zivililation, 
ver es fid ein Jahrtaufjend lang ver[Aloffen Hatte. Man teilt fi 
mit Europa in Polen. Das napoleonijde Zeitalter macht den AWdepten 
mündig, er ift jet völlig [alonfähig geworden, mijct fig in alle 
auropäijden Händel und regelt in Wien die eurtopäilden SGejdhide. 
Die Häufer Romanow, Habsburg und Hohenzollern [Hliegen Freund 
ihaft. England und Frankreidh werden [tu8ig und führen einige Kriege 
mit dem Ofjten. Die Orientalijde Frage wird aufgerührt. Bismard 
ijpielt den ehrliden Makler, feine Nachfolger verbrennen lid die Finger 
an dem Brei, den er angerührt Hat. Deutjdhland wird immer mehr 
zum europäijden Ärgernis. Der alternde Welten und der junge Olten 
zntdeden Intereffengemein]Haft. Auf dem Trümmerfeld der Heiligen 
Allianz entfpinnt fi ein Weltkrieg gegen Mitteleuropa, wo jeder der 
Rontrahenten glaubt, der andere Hole für ihn die Kafltanien aus dem 
Heuer. Über die Zugehörigkeit Ruklands zu Europa wird nicht mehr 
geitritten. Man Hat die Frage unerledigt zu den AWkten gelegt, nur 
die rufliflgden IJdeologen framen im AftenfHrank. Der Often bekommt 
im Weltkrieg die erften Schläge und bleibt do — jo Ideint es — 
der leHte Sieger. Heute führt er die Meltrevolution und fegt den 
Weltkrieg fort. Und die entrechtete europätjde Mitte ijt zum Preiljtein 
zwi[den Oft und Weit geworden. Iit das Problem Europa für den 
Diten erledigt? Sit heute nur der Olten felber das aroke Problem 
des MWejtens? 
Wir mülfen einen neuen Griff in die Vorgelhichte des Konfliktes 
tun, nachdem die große weltge[HihHtlidHe Linie, vor allem die Brüde 
von Peter dem Großen zu Lenin Harliegt. Wir müflen uns vor Augen 
jtellen, wie der Sitlide Geift im neunzehnten Nahrhundert auf dieje 
Entwidlung reagiert hat, die heute in gewaltigen weltgelHidHtlidhen 
Sohidfalen ausgetragen werden fol. Wie verhielt lid die erwacte 
öftlige Seele zu der großen europäilhen Krifje, die feit dem Zerfall 
des einheitliden Europa im Gange it? 
E€s ilt für den europäijden Often fennzeihnend, daß feine [Olum- 
mernden Kräfte Itets durdy Befruchtung von außen her gewedt wurden. 
Man denke an die religiöfe Befruchtung durd) das griechijhe Chriften- 
hum, an die politijHe dur frühgermanijde und tartarijhe Einflülfe 
im Mittelalter und dur den weiteuronäilchen Demokratismus feit
	        
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