Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Sibirien 
Bon 
Werner von Harpe 
Größte Bejhränkung war bei der Überfülle des Materials in 
vorliegender Überficht über Sibirien geboten. 
Der Zwed der Schrift wäre voNauf erfüllt, wenn fie das ele- 
mentarte Wilfen von diejem Lande dem Lejer foweit geordnet dar- 
bringen würde, daß ein tieferes Erforfden einigermaken erleichtert 
jein würde. Wie das Land felbit, find die ion vorhandenen 
Befchreibungen -rteidh, aber voller innerer Widerjprücdhe. Es iit Zeit, 
das Bild zu IHlieken, womit hier ein beicheidener Veriudh gemacht 
worden ift. 
Die Zeit fordert neues Werden. Sibirien wird vornehmlich} ein 
Herd neuer Lebensbildung werden. Der Raum des wirt[dHaftlidhen 
Schwergewicdhts wird jih augen[Heinlid hierin verlegen. Sibirien wird 
zu einem Treffpunkt der alten, der neuen und der neueften (‚gelben‘) 
Kultur werden. 
Eine Ländermaife, wo weniges feine fejte Grenze gefunden hat, 
ein Land ungeheurer Makitäbe und Möglichleiten, aber aud) ein Land, 
deifjen urwüchfige Natur unverrüdt von den gewaltigen Umwälzungen 
dafteht, die Europa bis ins Innerfte erfhüttern. Man darf nit 
glauben, daz alle die dort ruhenden Schäße leicht erIdhlofjen werden 
Fönnten; dazu braucht es Kräfte, die den mächtigen Wideritand der 
Natur zu zwingen wifjen. 
Sibirien, der nad) dem alten Herriherfiß Sfjibir benannte nörd- 
[ide Teil der ruljijden Befigungen in Afien, nimmt den Raum zwildhen 
420 20’ und 770 36‘ (Kap Tjdheljujkin) n.B. und 59° 33’ (Ural) 
bis 1749 24’ (&ap Deldhnew) 5. L. ein. 
Sibirien wird begrenzt: im Norden vom Nördliden Eismeer und 
delfen Teilen: 
L. dem Karifden Meer mit den Inlel 
a) Nowaja Semlja, 
b) Neufibirijde Infeln u. a. 
2. der Nordenjköldiee :;
	        
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