Object: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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ist daher das Verhältnis der Kaufkraft des fremden Geldes in fremdem 
Lande zur Kaufkraft des eigenen Geldes im eigenen Lande, d. h. die Kauf 
kraftparität. Durch Vermehrung der Zahlungsmittel werde neue zusätz 
liche Kaufkraft geschaffen, die ein Steigen der Preise zur Folge habe. Diese 
Preiserhöhung sei der Grund für die geringere Bewertung der betr. Wäh 
rung im Auslande. 
Othmar Spann ist beizustimmen, daß auch die Kaufkrafttheorie, 
obwohl sie einen Fortschritt gegenüber der mechanischen Zahlungsbilanz 
theorie bedeute, nicht ausreicht, um die Erfahrung zu erklären. Eine voll 
kommene Kaufkraftgleichung habe es bis zum heutigen Tage nicht ge- 
geben. „Die Preisebene zwischen den Volkswirtschaften bleibt notwendig 
dauernd verschieden." 
Der Kurswert (intervalutarischer Kurs) ist, wie gesagt, der Wert, 
den der zwischenstaatliche Handelsverkehr einer Geldeinheit gibt. Agio 
(Aufgeld) nennt man den Betrag, um den der Kurswert des Geldes den 
Nennwert (b. h. den Wert, den das Gepräge angibt, bzw. der der 
Geldeinheit aufgedruckt ist) übersteigt, D i s a g i o (Abschlag) den Betrag, 
um den der Kurswert hinter dem Nennwert zurückbleibt. 
Davon streng zu unterscheiden ist der M e t a l l w e r t der Münze, d. h. 
der Wert, den sie vermöge ihres Metallgehaltes hat. Stimmen Nennwert 
und Metallwert überein, so ist die Münze vollwertig. Münzen, bei denen 
eine erhebliche Differenz zwischen Metallwert und Nominalwert besteht, 
heißen Z e i ch c n m ü n z e n. 
ui. Währung und Währungssysteme 
1. Der Begriff „Währung" 
Als gesellschaftliche Einrichtung ist das Geld geschaffen worden. Bald 
jedoch hat die ordnende Hand des Staates eingegriffen und das Geld zum 
gesetzlichen Zahlungsmittel (legal tender), das Verkehrsgeld zum Wäh 
rungsgeld gemacht; es sollte von dauerndem („währendem") Werte 
sein. Der Weg zum einheitlichen, Zahlungsmittel aller Art umfassenden 
Währnngssystem führt über das Münzsystem, in dem die 
M ü n z s o r t e n nicht mehr lose nebeneinanderstehen, sondern, stofflich und 
geltungsmäßig sich ergänzend, systematisch vereinigt sind.
	        
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