Full text : Tote und lebendige Wissenschaft

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nähme  durch  Lohnarbeit,  Kapitalbeteiligung,  Bodenbeistellung,
Erfindung.  Danach  entstehen  die  abgeleiteten  Ganzheiten  nach
der  Bildungsweise  (nicht  nach  der  Höhe)  der  Einkommen,  nämlich ­
  Lohnempfänger,  Zinsempfänger  usf.  —  Auch  die  Erscheinung ­
  der  sog.  „Verteilungsström  e",  gleichfalls
abgeleitete  Ganzheiten,  tritt  nun  in  einen  bestimmten  systematischen ­
  Zusammenhang  mit  dem  Stufenbau  der  Wirtschaft.
Und  es  zeigt  sich,  wie  die  sog.  „Verteilungslehre"  nicht  nur  von
der  allgemeinen  Leistungslehre  und  Lehre  von  den  Teilganzen,
sondern  auch  vom  geschichtlichen  Inhalte  des  Stufenbaues
einer  Wirtschaft  ausgehen  muß.  Überhaupt  darf  die  Verteilungslehre ­
  nicht,  wie  bisher,  von  der  falschen  Annahme  ausgehen, ­
  als  ob  fertige  Güter  auf  den  Markt  kämen,  die  dann
hinterdrein,  nämlich  erst  innerbalb  der  Preisbildung,  „verteilt"
würden;  diese  angeblich  nachträgliche  „Verteilung"  ist  vielmehr
schon  vor  dem  Fertigwerden  der  Güter  bestimmt,  nämlich  durch
die  gesamte  Gliederung  der  Wirtschaftsmittel,  und  zwar  nach
reinen  Teilganzen  sowohl  wie  nach  dem  Stufenbau  und  nach
der  Teilnahmeweise  der  Glieder.
Als  eine  letzte  abgeleitete  Ganzheitserscheinung  sei  hier
noch  die  Zahlungs-  und  Handelsbilanz  erwähnt. ­
  Diese  ist  nach  individualistischer  Auffassung  etwas  durchaus ­
  Wesenloses  und  muß  es  sein  —  so  sehr  die  individualistische
Theorie  damit  auch  mit  den  elementaren  Notwendigkeiten
jeder  praktischen  Wirtschafts-  und  Währungspolitik  in  Widerspruch ­
  kommt.  Nach  individualistischer  Auffassung  ist  die  Zahlungs- ­
  und  Handelsbilanz  nichts  als  die  „Summe  der  Bilanzen
der  einzelnen  Wirtschafter"').  Von  dieser  Auffassung  aus  ist
es  unverständlich,  wie  der  Zahlungsbilanz  irgendwelche  wirtschaftspolitische ­
  Bedeutung  zukommen  könne.  Ob  der  Ge-*)
  So  grell  hat  es  sogar  Wieser  (Grundriß  der  Sozialökonomik  I,
Tübingen  1914,  S.  437)  formuliert,  er  folgt  aber  damit  nur  der  allgemein
herrschenden  individualistischen  Auffassung.
£.  Spann,  Tote  und  lebendige  Wissenschaft.  2.  Ausl.

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