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kausaler Beziehungen. In diesem Streben, das Sinnvolle,
Nichtkausale aufzunehmen, ging er über die landesübliche,
naturalistische und über die nach-Comtische französische und
englische Soziologie hinaus; sein Ziel erreichte er jedoch leider
nicht. Wo er sich einmal klar und bestimmt auf den methodologischen
Boden der Kausalität stellte, gehörte er dann sogar
zu den entschiedensten Empiristen, um nicht zu sagen, Skeptikern.
„Die »Gesetze«," sagt er, „als welche man manche
Lehrsätze der verstehenden Soziologie zu bezeichnen gewohnt
ist — etwa das Greshamsche „Gesetz" — sind durch Beobachtung
erhärtete typische Chancen eines bei Vorliegen gewisser
Tatbestände zu gewärtigenden Ablaufes von
sozialem Handeln ..." (S. 9). Abgesehen nun davon, daß hier
wieder der verstehenden Soziologie ein mechanisches
Gesetz mit naturwissenschaftlicher Wahrscheinlichkeit zugeschrieben
wird — zeigt sich jetzt, wie Mar Weber den Ursächlichkeits-
und Gesetzesbegriff eigentlich faßt: Wir haben
hier einfach den Humeschen Begriff der Erwartung und der
Wahrscheinlichkeit, womit der krasseste Empirismus bei dem
sonst geistvollen Gelehrten einkehrt! Unbegreiflich ist, wie er
es dabei fertig bringt, sich wenige Zeilen später, sowie in der
kurz vorhergehenden Schriftenangabe, auf R i cf e r t zu berufen,
dessen Begriff des Generellen durchaus mit „Chance" und „Erwartung"
unvereinbar ist und dessen ganze Logik darauf gerichtet
ist, von der Alleinherrschaft der naturwissenschaftlichkausalen
Begriffsbildung loszukommen.
Wie ferner eine Definition nach Art der angeführten „die
soziale Beziehung besteht... (darin), daß ... sozial gehandelt
wird"*), bei einem geschulten Denker möglich ist, fragt man
sich vergebens (s. auch die Machtdifinition unten S. 160).
Bei dem widerspruchsvollen und ganz unfertigen Zustande
des verfahrenmäßigen Begriffsgebäudes Mar Webers ist es
H S. 13, Hervorhebung von mir. Spann.