Full text : Tote und lebendige Wissenschaft

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beter  Gegliedertheit  einer  Volkswirtschaft  festhalten,  d.  h.  eine
beständige,  feste  Gliederung  annehmen,  die  „statische"  Wirtschaft. ­
  Die  Wirklichkeit  der  Wirtschaft  ist  aber,  immer  lebendig
und  in  unaufhörlicher  Bewegung  zu  sein.  Die  Preise  zu  Beginn
des  Marktes  und  am  Ende  des  Marktes,  des  vorigen  und  heutigen ­
  Tages,  des  Frühjahrs  und  des  Herbstes,  des  vorigen
und  heurigen  Jabres  wechseln  und  schwanken  unaufhörlich!
Ein  gegebener  Preis,  verglichen  mit  einem  früheren,  spiegelt
daher  nicht  nur  eine  Gliederung  des  Augenblicks  von  Marktlage ­
  und  Volkswirtschaft  wider,  sondern  auch  eine  Änderung
dieser  Gliederung  in  einer  ganz  bestimmten  Richtung;  diese
Richtung  ist  von  ihm  allein  aus  allerdings  noch  nicht  erkennbar,
sondern  erst  von  jenen  Umgliederungsvorgängen  her,  deren
Ausdruck  jeweils  der  Preis  ist  (hierüber  s.  S.  82  f.).
Au  5.:  Der  Begriff  des  organischen  und  gerechten  Preises,
den  die  individualistischen  Schulen  verspotteten,  muß  wieder
zu  Ehren  kommen.  Er  wurzelt  im  Begriffe  des  richtigen
Gliederbaues  jeder  wirtschaftlichen  Ganzheit,  zuletzt  im  Begriffe ­
  der  richtigen  Wirtschaft  überhaupt  und  ist  dadurch  subjektiver ­
  Willkür  entzogen.
Zusatz  über  Gleich  Wichtigkeit.  Zur  Beantwortung  der
oben  (S.  66)  aufgeworfenen  Frage,  wie  sich  jenes  „Anzeigen",  „Ausdrücken"
der  organischen  Gliederung,  in  dem  der  Preis  besteht,  vollziehe,  weise
ich  auf  den  Begriff  der  G  l  e  i  ch  w  i  ch  t  i  g  k  e  i  t  oder  Ä  q  u  i  p  o  l  l  e  n  z
bin,  den  ich  in  der  Fruchtbarkeitslehre  entwickelte  (ohne  mir  allerdings
damals  des  grundsätzlichen  Widerspruchs  zum  Grenznutzen  klar  zu  sein,
s.  Fundament,  3.  A.,  S.  234  f.,  235  ff.).  Die  Gleichwichtigkeit  besieht
darin,  daß  zur  Erlangung  eines  bestimmten  Leistungsstandes  eines  Gebildes ­
  alle  Leistungen  unentbehrlich,  somit,  da  nichts  wichtiger  als  „unentbehrlich" ­
  sein  kann,  gleichwichtig  sind.  Der  in  anderen  Zusammenbängen
hervortretende  llnterschied  zwischen  lebenswichtigen  und  lebensunwichtigen
Leistungen  (z.B.  des  Betriebsleiters  gegenüber  dem  Lehrling,  des  Herzens
gegenüber  dem  kleinen  Finger)  soll  damit  an  sich  nicht  geleugnet  werden.
Aber  wirtschaftlich  wirksam  wird  er  erst  dann,  wenn  ein  neuer,  ein  minderer ­
  Leistungsstand  in  Frage  kommt.  Nicht  überhaupt  mögliche,  sondern
jeweils  konkrete  Leistungsstände  der  Vorräte,  Betriebe,  Haushalte  usf.
            
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