Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

121

Verlag  zur  Feldkriegskasse.

Jahr

Rtlr.

g-Qr.


Hlr.

Wiener  Währung

Gulden

kr

Pf.

1809

25

—

—

26663

36

3

Weggelassen  sind  als  unwesentlich  einige  kleine  vorschußweise
bezahlte  Posten,  zwei  Überzahlungen  (1811  und  1813)  vom  Vorjahr
und  die  liquidierten  Ausstände.
Überschüsse.
Die  Ausgaben  der  Exilzeit  waren  groß,  erreichten  aber  nicht
entfernt  das  Maß  der  Einnahmen.  Die  Überschüsse  wurden  nutzbar
angelegt,  aber  in  anderer  Weise  als  bisher.  Ursprünglich  hatte  der
Kurfürst  seine  verfügbaren  Kapitalien  vielfach  gegen  Nominalobligationen ­
  ausgeliehen.  Während  der  Jahre  1800  bis  1806  hatte
er  sich  mehr  und  mehr  dem  Ankauf  von  Staatspapieren  zugewandt.
Die  Verluste,  die  sich  bei  den  Nominalobligationen  während  der
französischen  Okkupation  ergaben,  waren  alsdann  entscheidend.
Das  Verleihen  an  Privatpersonen,  überhaupt  gegen  Nominalobligation,
kommt  jetzt  fast  gar  nicht  mehr  vor.  Wohl  griff  der  Kurfürst  dann
und  wann  einmal  einem  Verwandten,  nämlich  dem  Kurprinzen  oder
dem  illegitimen  Sohn  Julius  von  Haynau  mit  einer  kleineren  Leihsumme ­
  unter  die  Arme;  auch  dem  Landgrafen  Karl  zu  Hessen
wurde  der  Rest  einer  bereits  früher  zugestandenen  Leihsumme  mit
20  000  Rtlrn.  beglichen.  Im  übrigen  aber  wurden  keine  neuen  Verpflichtungen ­
  eingegangen  und  auch  ältere  nur  mit  Widerstreben
erfüllt.  So  war  z.  B.  dem  Minister  von  Hardenberg,  der  schon
in  den  Jahren  1805  und  1806  140  000  rf  geliehen  hatte,  ein  neues
Kapital  von  70  000  rf  in  Laubtalern  zu  1  Rtlr.  13  g.  Gr.  zugestanden
worden,  worauf  Lennep  und  Buderus  Zahlungen  machten,  letzterer
am  14.  Juni,  dem  Tag  der  Schlacht  bei  Friedland,  mit  einem  Betrag
von  15  000  rf 185 .
Die  schwerste  und  unheilvollste  Verpflichtung  dieser  Art  war
diejenige,  die  der  Kurfürst,  ohne  vorher  Buderus  zu  befragen,  gegen
den  Erblandmarschall  Grafen  Karl  von  Hahn  zu  Remplin  eingegangen
war  (s.  o.  S.  96).  Dieser  Verschwender,  der  wegen  seiner  Leidenschaft ­
  für  die  Bühne  unter  dem  Namen  des  Theatergrafen  bekannt
            
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