Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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zuzuziehen.  Dieser  würde  von  dem  Unternehmen  abgeraten  haben.  Als
nun  der  Graf  drohte,  den  ganzen  Sachverhalt  den  Franzosen  mitteilen  zu
müssen,  wurde  Buderus  wiederholt  aufgefordert,  den  Schuldner  durch  weitere
Abzahlungen  bei  guter  Laune  zu  halten.  Als  aber  der  Theatergraf  ent~
mündigt  war,  und  der  Kurfürst  naturgemäß  Reue  über  die  ganze  Angelegenheit ­
  empfand,  kehrte  sich  sein  Unwille  gegen  Buderus:  „Höchst  unangenehm
ist  die  Nachricht  wegen  der  Gräflich  Hahn’schen  Sache,  und  es  ist  mir  leid,
daß  auf  dieses  nur  unter  der  Bedingung  der  zu  leistenden  vollständigsten
Sicherheit  bewilligte  Anlehen  schon  so  beträchtliche  Summen  bezahlt  sind.
Ich  rechne  fest  darauf,  daß  seit  dem  Eingang  jener  Nachricht  keine  weitere
Zahlung  auf  dieses  Anlehen  geleistet  worden,  dergleichen  überhaupt  auch
bei  wirklich  bewilligten  Anleihen,  künftig  nur  auf  von  mir  eigenhändig  vollzogene ­
  Rescripte  zu  leisten  sind.“  Buderus  rechtfertigte  sich:  „Bei  der
gräfl.  Hahnschen  Anlehensache  habe  ich  alles,  was  geschehen  ist  angezeigt
und  zu  allem  die  höchste  Genehmigung  erhalten.  Unbeschreiblich  traurig
ist  es,  wenn  nach  dem  Erfolg  allein  die  Größe  des  Werths  oder  Unwerths
einer  Handlung  bestimmt  wird.  Hätte  ich  dem  Legationsrathe  Hansen  bis
nach  strenger  Berichtigung  jeder  Geschäftsform  Zahlungen  verweigert  und
er  hätte  den  Franzosen  Kenntnis  von  der  Kapitals-  und  Güterangelegenheit
gegeben,  so  würde  mir  der  unvermeidlich  gewesene  Verlust  sicher  zur  Last
gelegt  worden  sein,  jetzt  aber  sind  Ew.  Kurfürstl.  Durchlaucht  unzufrieden
über  die  geleisteten  Zahlungen,  da  ich  doch  an  der  Treulosigkeit  des  Hansen
völlig  unschuldig  bin.
Es  ist  gar  keinem  Zweifel  unterworfen,  daß  ich  den  Rest  der  Anweisung ­
  über  250/m  Rth,  wenn  meine  gewiß  mit  dem  regsten  Eifer  angewendet ­
  werdende  Bemühung  zur  Verweigerung  weiterer  Zahlung  ohne
Erfolg  bleibt,  berichtigen  muß,  weil  ich  sie,  wie  gnädigst  bekannt  sein  muß,
acceptiret  habe.  Der  Gutheit  des  Oberhofagenten  Rothschild  verdanke  ich
es  allein,  daß  er,  gewiß  zu  seinem  Nachtheile,  die  Zahlungen  an  den  Grafen
Hahn  sistiret  hat.  Die  Valuta  ist  ihm  in  der  abschriftlich  angelegten  Anweisung ­
  bescheiniget,  und  ich  könnte  ihm  im  Gefolge  meiner  Acceptation
derselben  eigentlich  die  völlige  Auszahlung  nicht  verweigern.
Eine  von  einem  christlichen  Banquier  gar  nicht  zu  erwarten  gewesene
Gefälligkeit  des  genannten  Oberhofagenten  ist  es  gleichfalls,  daß  er  nicht
Anstand  genommen  hat,  sämtliche  zu  Gräfl.  Hahnschen  Zahlungen  im  vergangenen ­
  Trinitatistermine  bestimmt  gewesenen  Gelder  meinem  Begehren
nach  anzugeben  und  an  mich  zurück  zu  liefern.  Sie  betragen  57  060  fl  in
6340  Ldor  und  sind  in  meiner  Rechnung  vom  Monate  Juny  wieder  in  Einnahme ­
  berechnet  worden.“  (Carlshausen:  Kurfürst  an  Buderus,  16.  Juni  1808,
Buderus  an  den  Kurfürsten,  7.  Juli  1808,  S.  1.)
187.  Marbg.:  Buderus’  Rechnung  1808,  Juni  S.  15,  Juli  S.  15,  Aug.
S.  15;  Carlshausen:  Buderus  an  den  Kurfürsten  7.  Juli  1808,  S.  2;  Der  Kurfürst ­
  an  Buderus,  3.  Sept.  1808,  S.  1.  Marbg.:  Reservekassenrechnung  1811,
S.  18,  19,  51.
188.  Marbg.:  Buderus’Rechnung  1807,  S.  114.  Carlshausen :  Buderus
Kontokorrent  mit  Rothschild.
189.  Carlshausen:  Lennep  an  den  Kurfürsten  unterm  5.  Juli  1811.
            
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