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Kommission“ ist daher eine häufig wiederkehrende Bezeichnung
Frankfurter Firmen, und diese Bezeichnung wurde auch dann noch
beibehalten, als die Spedition und Kommission bereits ausgeschaltet
und nur das Wechsel- oder Bankgeschäft noch übrig war.
Rothschilds Vermögensstand um 1800.
Im Jahre 1801 trat das Rothschildsche Geschäft in ein neues
Stadium. Meyer Amschel wurde in stärkerem Maße als bisher bei
den Geldgeschäften des Landgrafen verwendet und tat die ersten
Schritte zum Bankgeschäft großen Stils. Da uns die Quellen ab
gehen, aus denen die bisherige Entwicklung seines Hauses genauer
als es geschehen ist, dargelegt werden könnte, so wollen wir ver
suchen, wenigstens über seine damaligen Vermögensverhältnisse
Aufschluß zu gewinnen.
Den Eltern Meyer Amschels wird Mildtätigkeit und Gastfrei
heit nachgerühmt. Man muß also annehmen, daß ihnen auch die
Mittel zu Gebote standen, um diese Eigenschaften in merklicher
Weise zu betätigen 80 . Da Meyer Amschel aber vier Geschwister
hatte, und seine Eltern, wie es scheint, kein hohes Alter erreichten,
so wird man das Vermögen, das er von Haus aus besaß, nicht hoch
anschlagen dürfen. Ein Jahr später, nachdem er den Titel erhalten
hatte, mit dem er glaubte in Frankfurt sein Glück zu machen,
gründete er seinen Hausstand. Am 29. August 1770 schloß der
Sechsundzwanzigjährige seine Ehe mit Gutle Schnapper, der Tochter
des Handelsmannes Wolf Salomon Schnapper. Die Mitgift seiner
Braut betrug 2400 fl. Sein eigenes Vermögen aber muß damals
schon erheblich gewesen sein. Das beweist die Höhe des damaligen
Geschäftsgewinns.
Die Quelle, aus der wir diesen Geschäftsgewinn feststellen, ist
die denkbar zuverlässigste. Das jüdische Gesetz schreibt vor, daß
man den Zehnten von seinem Einkommen an die Armen geben soll.
Fromme Juden führen daher heute noch ein sog. Maaserbuch, in
das sie ihre Almosen eintragen, um gewissenhaft kontrollieren zu
können, ob sie den Zehnten voll entrichtet haben. Ein solches
Maaser- oder Zehentbüchlein führte auch Rothschild. Man erfährt
daraus, daß an seinem Geschäft sein Bruder Kaimann beteiligt war,
der am 19. Mai 1782 starb, und daß derselbe Anspruch auf ein Drittel
vom Gewinn hatte. Beide Brüder hatten vom 19. Februar 1771 bis