Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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beiden übrigen Anleihen sollte in dem Verhältnis verteilt werden, 
in dem die Inhaber der ehemaligen Kommenden zur Kapitelskasse 
beizusteuern hatten. 
Mit dem Einzug und der Heimzahlung sämtlicher noch aus 
stehenden Partialobligationen wurde das Haus Rothschild in Frank 
furt a. M. betraut. Die vertragschließenden Regierungen sollten binnen 
Jahresfrist gegen Auslieferung der Originalschuldverschreibungen und 
Zinsquittungen Zahlung leisten, und das geschah. 
Das deutsche Provinzialkapitel war aber im Besitz der Kapitels 
kasse geblieben, die am 30. April 1825 noch 40 928 fl betrug, und 
die beteiligten Regierungen hatten schon vor dem Vertrag vom 
Jahre 1829 dieses Ordensvermögen reklamiert, um es mit zur 
Schuldentilgung zu verwenden. Da die Auslieferung der Kasse aber 
verweigert wurde, so eröffneten die obengenannten Regierungen, 
mit Ausnahme von Baden und Nassau, beim Stadtamt Freiburg 
gegen das deutsche Provinzialkapitel des Johanniterordens einen 
Rechtsstreit, der bis zum Jahre 1842 dauerte. Die Klage lautete 
auf Auslieferung der Kapitelskasse und wurde in drei Instanzen 
kostenfällig verworfen 5S . 
Zeitliche Übersicht der Finanzgeschäfte. 
Die Zeitangabe bezeichnet bei den Anleihen das Datum der Ausfertigung, bei den übrigen 
Geschäften das Datum der landgräflichen oder (seit 1. Mai 1803) kurfürstlichen Resolution. 
1. Oktober 1800: (Verkauf an den Landgrafen von Hessen Oktober 1801) 
Ites dänisches Anlehen von Stück 66 000 Conv. Species Thalern 
zu 4 0 /o. Ausgestellt Kopenhagen den 1. Oktober 1800. Die 131 
Partialobligationen trugen die Nummern 402—425, 551—650, 171, 
194—197, 99, 427. Das Anlehen sollte vom 30. September 1814 an 
auf halbjährige Loskündigung stehen, wurde aber durch Reskript 
vom 9. Mai 1817 auf 12 Jahre verlängert. 124 Obligationen ä Rth. 625 
in Ldor ä 5 Rth. übernahm Hferr] v. Qarlshausen], d. h. der Landgraf 
von Hessen, 3 ebensolche besaß Oerlach in Gotha, 2 Gebrüder Pfeiffer 
in Cassel. 2 Obligationen zu 500 Conv. Thalern besaß die Kurfürstin 
von Hessen. 126 Obligationen waren ursprünglich zu 5% angelegt. 
November 1801: Lombardanleihe beim Landgrafen von Rth. 160 000 zu 4°/». 
7. Dezember 1801: Ankauf von 150 000 fl 20 ff (180 000 fl 24 ff) dänische 
Obligationen bei Bethmann für den Landgrafen von Hessen-Kassel. 
7. Mai 1802: Verkauf von 200000 fl dänischen und Frankfurter Obligationen 
an den Landgrafen. 
3. Juli 1802: Lombardanleihe beim Landgrafen von 200 000 fl 24 ff. 
4. September 1802: Ankauf von 120 000 fl dänischen Obligationen 24 ff zu 
4 1 /2°/o für den Landgrafen.
	        
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