Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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1470
eine  beträchtliche  Barhinterlegung  daselbst  bewirkt  hatte.  Man  hatte
besonders  darauf  Bedacht  zu  nehmen,  daß  die  Rüppell  &  blamier
von  diesen  Unterhandlungen  nichts  erfuhren.  Amschel  Mayer  Rothschild ­
  griff  die  Sache  mit  größtem  Eifer  und  bestem  Erfolg  an.  Das
Geld  wurde  in  Frankfurt  bezahlt,  Rothschild  mußte  es  übermachen
und  hatte  Zins-  und  Stückzahlungen  zu  leisten.  Die  Rückzahlung
sollte  vom  1.  Juli  1823  ab  mit  100  000  fl  jährlich  geschehen,  weshalb
vierzehn  gleichlautende  Schuldverschreibungen,  jede  über  100  000  fl,
ausgefertigt  wurden.  Die  eine  Hälfte  des  Anlehens  wurde  von  der
Kriegskasse  übernommen,  die  andere  von  der  Oberrentkammerkasse.
Vom  1.  Januar  1807  ab  stockten  aber  die  Zinszahlungen,  und  der
weitere  Verlauf  der  Angelegenheit  endete  in  einem  langwierigen
Prozeß,  der  ein  Kapitel  für  sich  darstellen  würde  und  uns  hier  nicht
weiter  beschäftigen  soll 54 .
Johanniterorden.
Ein  eigenes  Schicksal  hatte  auch  die  Anleihe  des  Johanniterordens. ­
  Infolge  der  französischen  Revolution  waren  die  drei  französischen ­
  Zungen  dieses  Ordens  aufgelöst  worden  und  hatte  das
deutsche  Großpriorat  mehrere  Besitzungen  im  Elsaß  verloren,  die
zum  französischen  Staatsgut  eingezogen  wurden.  In  Anbetracht
dieser  Verluste  wurden  dem  Orden  durch  §  26  des  Reichsdeputationshauptschlusses ­
  vom  25.  Februar  1803  sämtliche  geistlichen  Besitzungen
im  Breisgau  zugesichert  mit  der  Auflage,  die  Schulden  der  Bischöfe
von  Lüttich  und  Basel  zu  bezahlen.  Letzterem  Zweck  sollte  das
Frankfurter  Anlehen  dienen.  Laut  Kapitelsrezeß  vom  11.  März  1803
sollte  dieses  Anlehen  durch  Rothschild  bei  der  „Hessen-Casselischen  '
Leihbank  in  Frankfurt“  im  Betrag  von  200  000  fl  aufgenommen
werden.  Da  aber  die  Bestimmungen  des  Reichsdeputationshauptschlusses ­
  nicht  zum  Vollzug  kamen,  so  wurde  jenes  Anlehen  nur
bis  zur  Summe  von  20  000  fl  verwirklicht.  15  000  fl  empfing  Rothschild ­
  als  seine  ausbedungene  Provision  und  fünf  Partialobligationen
empfing  der  Komtur  Graf  von  Thurn  zur  Deckung  solcher  Auslagen, ­
  die  er  bereits  zum  Zweck  der  geplanten  Entschädigungen
gemacht  hatte.
Kurz  vorher  hatte  das  deutsche  Großpriorat  schon  zwei  andere
Anleihen  aufgenommen,  nämlich  am  4.  Januar  1801  bei  der  Firma
Lindenkampf  L  Olfers  in  Münster  die  sog.  Requisitionsanleihe  im
Betrag  von  60  000  fl  zum  Ausgleich  von  Kriegsschäden,  und  am
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