Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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1  Koffer  für  die  Reichsgräfin  Caroline  von  Schlotheim.  Am  11.  Mai
kam  Delbrück  mittags  in  Olmütz  an.  Der  Festungskommandant,
Generalfeldmarschall-Leutnant  von  Prohn,  nahm  ihn  höflich  auf.  In
Ermangelung  eines  geeigneten  Privathauses  wurde  er  in  der  Residenz
des  Erzbischofs  Fürsten  Colloredo  einquartiert,  wo  auch  sein  Depot,
das  als  kurfürstliches  Archiv  bezeichnet  wurde,  Unterkunft  fand.
Am  6.  und  7.  Juli  fand  die  Niederlage  Österreichs  bei  Wagram  statt,
und  in  übergroßer  Ängstlichkeit  befürchtete  der  Festungskommandant
von  Olmütz  eine  Annäherung  des  Feindes.  Infolgedessen  begab  sich
Delbrück  seiner  Instruktion  gemäß  am  11.  Juli  auf  die  Reise  nach
Glatz,  wo  er  am  16.  Juli  anlangte.
Daß  der'  Kurfürst  daran  dachte,  seinen  Aufenthalt  von  Prag
nach  Olmütz  zu  verlegen,  geht  schon  daraus  hervor,  daß  er
Garderobe  und  Bücher  mit  dorthin  gab.  Auch  wurde  dieser  Plan,
als  Delbrück  sich  in  Olmütz  aufhielt,  noch  weiter  erwogen,  und
der  Erzbischof,  der  damals  in  Kremsier  war,  hatte  für  den  Fall  der
Übersiedlung  den  komplett  möblierten  zweiten  Stock  seiner  Winterresidenz ­
  zur  Verfügung  gestellt.  Er  selbst  wollte  sich  mit  dem
ersten  Stock  begnügen.  Als  aber  Delbrück  nach  Glatz  geflohen
war,  gab  der  Kurfürst  jenen  Gedanken  endgültig  auf.  Er  ließ  im
Oktober  1809,  noch  ehe  der  Friede  zu  Wien  abgeschlossen  war,
alle  Sachen  wieder  abholen,  mit  Ausnahme  des  Pretiosenkastens
und  der  sieben  Koffer  mit  Obligationen 126 .  Er  hatte  seine  Absicht
geändert  und  wollte  jetzt  in  Berlin  seinen  Aufenthalt  nehmen.
Preußen  hatte  ja  im  November  1807  aus  eigenem  Antrieb  das
Versprechen  gegeben,  dem  Kurfürsten  in  Berlin  eine  Zuflucht  zu
gewähren  und  ihm  das  Schloß  Monbijou  daselbst  als  Wohnsitz  zu
überlassen.  Auch  hatte  Friedrich  Wilhelm  in  vier  Briefen  dieses
Versprechen  wiederholt.  Als  aber  der  Kurfürst  jetzt  Ernst  machte,
in  die  preußische  Hauptstadt  überzusiedeln,  trug  der  ängstliche
König  Bedenken,  ihn  aufzunehmen.  Es  sollte  zuvor  die  Zustimmung
des  Pariser  Kabinetts  eingeholt  werden,  was  der  Kurfürst  jedoch
ablehnte  und  lieber  in  Prag  blieb 127 .
Der  Rest  des  Glatzer  Depots  kann  nicht  mehr  lange  dort
geblieben  sein.  Denn  am  2.  November  sind  Delbrück  und  Schäffer
wieder  in  Prag,  und  bei  der  Abreise  von  dort  im  Jahre  1813  sind
wieder  alle  Kisten  und  Koffer  beisammen.  Das  gesamte  Depot
blieb  unter  der  Oberaufsicht  des  Kriegsrats  Schmincke  und  des
Kriegskommissars  Knatz;  die  Inspektion  wurde  dem  Sekretarius
            
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