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sich ergäbe, dass jedes einzelne Pfund rund 250 Francs Tausch,
werth haben müsste. Die Gleic])stellung des Tauschwerthes
hätte also für Silber eine Erhöhung um mehr als das Dop
pelte, tür (toM eine Ermässigung um ungefähr das Siebenfache
zu bedeuten. Was wären die Folgen für die Production? Die
Silberminenbesitzer sähen ihren Nutzen um das Doppelte ge
steigert; ]\iinen, die früher nicht lohnend waren, würden es in
ganz ausserordentlicher Weise. Neue (’apitalien müssten diesem
Industriezweige Zuströmen, der so ausserordentliche Rente
abwirft, und es würde eben von den verfügbaren Capitalien,
sowie von dem Umfange jener IMinen abhängen, die bei dem
Steigen de^ Silbers um's J doppelte rentabel werden, ob die
Silberproduction von 2ÍK) IMillionen blos auf 400 bis .5(V) oder
aut 2rMM) bis öOO() Millionen Gulden im Jahre steigen soll.
T^mgekehrt wird es sich bei der Goldj)roduction verhalten. Da
es nicht möglich ist, mit demselben Ertrage, den gegenwärtig
ein Arbeiter aus der Mine zieht, 7 Arbeiter zu einähren, so
wird man die (xoldminen verlassen; eine Ausnahme werden
vielleicht vorübergehend einzelne besonders reiche Gänge
machen, die vielleicht auch nach Devalvirung des Goldwerthes
um das Siebenfache ihre Besitzer mtch ernähren können. Man
wird also gegenüber den Hunderten vielleicht Tausenden Mil
lionen der Silberproduction einige Tausend und, wenn es hoch
kommt, einige Hunderttausend Gulden Gold erzeugen.
Desto schlimmer für die Goldproducenten und desto
besser für die Silberminenbesitzer wird vielleicht, kurz ent
schlossen, U. entgegnen, obwohl man ihm vielleicht auch hier
schon die Frage entgegenhalten könnte, mit welchem Rechte
er denn die Einen ruiniren, die Andern bereichern darf. In
dessen die Bimetallisten nehmen dieses Recht im Namen einer
angeblich weltbeglückenden Theorie in Anspruch ; sie werden
möglicherweise darauf verweisen, dass jede grosse Idee Opfer
verlange, und so wollen wir uns denn besehen, wie sich die
liage auf dem Markte gestalten wird.
Da auch gegenwärtig auf ISO Millionen Pfund Silber blos
17 Millionen Pfnnd Gold existiren, da Gold also thatsächlich
seltener ist als Silber, so ist nicht anzunehmen, dass die Mensch-