Full text : Finanzwissenschaft

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3.  Buch.  Die  Staatsausgaben.

gaben  für  das  Heer  1688—1738  3,5  Mill.  £  Sterling,  1739  89
8,0  Mill.  £,  1790—1839  36  Mill.  £.
Dem  absoluten  Steigen  der  Heereserfordernisse  gegenüber  muß
aber  bemerkt  werden,  daß  nichtsdestoweniger  der  relative  Druck
der  Heeresausgaben  in  neuerer  Zeit  abgenommen  hat,  was  dem
Umstande  zuzuschreiben  ist,  daß  der  Staat  in  neuerer  Zeit  auf  die
übrigen  Staatszwecke  immer  größere  Summen  verwendet.  So  entfielen ­
  z.  B.  in  England  von  den  gesamten  Staatsausgaben  auf  das
Heerwesen:
1702  40,6  Prozent
1792  35,0  „
1890  21,6  „
In  Rußland 1 )  betrugen  in  Prozenten  der  Gesamtausgaben  die
Heeresausgaben:
‘1680  50,0  Prozent
1794  46,0  „
1850  42,0  „
1892  30,7,  „
In  Frankreich  betrugen  die  Heeresausgaben  unter  dem  Konsulat ­
  und  dem  ersten  Kaiserreich  506  Millionen  Frank,  unter  der
Restauration  302;  1850:  432,  1880:  879,  1899:  953.  Am  Anfang
des  19.  Jahrhunderts  betrugen  die  Heeresausgaben  50,5  Prozent
der  gesamten  Ausgaben;  dagegen
1815—30  29,5  Prozent
1831—47  31,7  „
1848—51  30,2
1852  -70  33,9  „
1871—83  26,6  »,
In  der  ganzen  Periode 2 )  32,2  „
In  der  österreichischen  Monarchie  betrugen  die  ordentlichen
Ausgaben  für  das  Heer  am  Anfang  des  XIX.  Jahrhunderts  in
kriegerischer  Zeit  —  45  Millionen  Gulden  (50  Prozent  der  gesamten
Ausgabe),  vor  dem  Krieg  745  Millionen  Kronen  —  13,5  Prozent.
Im  Budget  für  das  Jahr  des  Unabhängigkeitskrieges  in  Ungarn
(1849)  betrug  das  Heeresbudget  62,9  Prozent  der  gesamten  Ausgaben.
Welche  finanzielle  Opfer  für  die  Aufgaben  der  Landesverteidigung ­
  gebracht  werden  sollen  und  dürfen,  darüber  haben  sich  Staats-1)
  Minzes,  Skizzen  zur  Geschichte  des  Wirtächaftsstaates  in  Bußland.
(Zeitschrift  für  Sozialwissenschaft  I  S.  740.)
2 )  Siehe  Dictionnaire  des  finances:  Budget.
            
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