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4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
liehen Charakters einer Person oder eines Vermögens, unter in
direkten Steuern dagegen jene, welche auf vorübergehende Er
scheinungen, z. B. auf einzelne Verzehrungsvorgänge bezogen werden.
„Sein oder Haben“ — sagt Foville — ist der Charakter der direkten
Steuern, „Tun“ ist der Charakter der indirekten Steuern. Demnach
wird der Unterschied der direkten und indirekten Steuern auf den
Unterschied von bleibenden oder vergänglichen Symptomen bezogen.
Schäffle hinwieder begründet den Unterschied hauptsächlich darauf,
daß die direkten Steuern die durchschnittliche Steuerkraft erfassen
wollen, die indirekten die individuelle Steuerkraft, wie sie sich in
einzelnen Erscheinungen tatsächlich ausdrückt.
5. Vom Standpunkte der Steuerbemessung und der Festsetzung
des Steuersatzes unterscheiden wir die Repartitions- und die
Perzentualsteuern. Bei den Repartitionssteuern wird zuerst
die Steuersumme für den ganzen Staat festgesetzt und dann folgt
deren Aufteilung nach Provinzen, Bezirken, Gemeinden und endlich
nach einzelnen Steuersubjekten. Dieses Verfahren war namentlich
früher üblich, wo der Staat nur von Fall zu Fall sich Subsidien
bewilligen ließ und eine fixe Summe einheben wollte, die Zustands-*
Verhältnisse der Steuerkräfte aber nicht kannte. Die Staatsbürger
wurden hierbei von der automatischen Steuererhöhung verschont,
die bei perzentualem Fuße von selbst eintritt, so wie sich das
Nationaleinkommen von Jahr zu Jahr erhöht. Folge dieses Systems
ist natürlich, daß der Staat in die Gestaltung, Veränderung der
Steuerkräfte keinen Einblick gewinnt. Der größte Nachteil des
Repartitionssystems besteht jedoch darin, daß die Verteilung der
Steuerlast der Willkür und namentlich dem Bestreben weiten Spiel
raum gewährt, daß die Last das eine Territorium auf das andere,
die eine Provinz auf die andere, die eine Gemeinde auf die andere
abzuschieben trachtet unter dem Hinweise, daß die Leistungs
fähigkeit eine geringere ist. „Die günstige Seite dieses Steuer
systems — sagte der ungarische Finanzminister Ludwig Kossuth im
Jahre 1848 — besteht darin, daß das Land bis zum letzten Heller
weiß, was es dem Staate opfert und nachdem die Regierung weder
von den Einnahmen noch von den Ausgaben Rechnung legte, so
war wenigstens durch die Festsetzung der Summe den exzessiven
Erpressungen der nicht Rechnung legenden Regierung eine Grenze
gesetzt.“ Die Repartitionssteuer steigerte die Solidarität der Steuer
zahler, denn was A nicht zahlte, das fiel B zur Last. Andererseits
veranlaßte die Repartition in vielen Fällen, so in Frankreich, daß
die Reichen das flache Land verließen und nach Paris gingen. Die
Nachteile des Repartitionssystems vermeidet die Perzentualsteuer,