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5. Buch. Der Staatskredit.
Stein mit dieser Frage beschäftigt und wenn er dieselbe auch nicht
löst, so hat er doch den Weg gezeigt, auf welchem die Wissen
schaft zu einer Lösung gelangen kann. Die wichtigsten Elemente
der Kosten des Staatskreditwesens sind demnach folgende: a) Die
Kosten der Emission, mit inbegriffen die Provision der Banken;
b) die Verwaltungskosten der Staatsschuld; c) die Zinsen der Staats
schuld; d) eventuelle Ausgaben für die Festlegung des Kurses der
Anlehentitres; e) die Kosten der Kückzahlung der Staatsschuld,
Kosten der Beschaffung der Amortisationsquoten, Differenz zwischen
dem Emissions- und Bückzahlungskurs. Hierzu kommen dann noch
andere mit dem Staatsschuldenwesen eventuell verbundene Opfer
wirtschaftlicher, politischer, ethischer Natur.
13. Die Festsetzung dessen, wie groß die durch die Staats
schuld verursachte Last ist, mit welcher Schwere dieselbe auf die
Nationalwirtschaft drückt, kann auf verschiedene Weise statistisch
erfolgen. Die Beurteilung der Schuldenlast kann geschehen: a) Auf
Grund der Größe des Schuldkapitals. Gegen diese Methode läßt
sich einwenden, daß sich das Schuldkapital oft nicht bestimmen
läßt, da es Anlehensformen gibt, bei denen eigentlich das Kapital
unbekannt ist, indem die Aufnahme der Schuld in der Weise ge
schieht, daß der Gläubiger in das Schuldbuch als Berechtigter für
Zinsen eingetragen wird. Die Größe des Schuldkapitals schwankt
also wie der übliche Zinsfuß. Ist der Zinsfuß 2 Prozent, so ist
das Kapital das Doppelte dessen, was dasselbe repräsententiert bei
einem Zinsfuß von 4 Prozent. Auch deshalb ist die Schuldlast
bei diesem Vorgehen nicht genau festzusetzen, weil die Staaten zu
verschiedenem Kurs ihre Papiere in Umlauf setzen; dasselbe Nomi
nale repräsentiert also in dem Staate A mehr oder weniger als in
dem Staate B. Praktisch ist auch die Bedeutung des Schuldkapitals
eine geringere, da ja die meisten Staaten nicht amortisieren. Lat-
sächlich hat das Kapital für den Staatshaushalt keine besondere
Bedeutung, bildet keine effektive Last. Auch kommt in Betracht,
daß dieselbe Kapitalgröße eine verschiedene Last bedeutet, je nach
dem der Zinsfuß höher oder niedriger ist. Wir wollen deshalb
nicht behaupten, daß die Größe des Schuldkapitals keine Bedeutung
hat, nur kann dasselbe nicht als verläßlichster Maßstab zur Be
stimmung der durch die Staatsschuld verursachten Last betrachtet
werden, b) Nach der Größe der Zinsenlast. Die Zinsen bieten
einen besseren Maßstab für die effektive, in den Staatsausgaben
sich widerspiegelnde Last der Staatsschuld. Hier ist nur der Umstand
natürlich störend, daß die größte Zinsenlast einem geringeren Schuld
kapital entspricht in dem einen als in dem anderen Lande, wenn