Full text: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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Die Abdeckung der inneren Kriegslasten außer Kriegsversorgung hat zumeist durch AN- 
gemeine Mittel (Steuern und Betriebsüberschüsse) zu erfolgen. An Speziellen Deckungs- 
mitteln stehen nur geringe Beträge zur Verfügung. In der Hauptsache handelt es sich hier 
um Zinseinnahmen von ausgeliehenen Darlehen und um Verkaufserlöse insbesondere bei 
der Liquidation von Kriegsgesellschaften, Die in der Übersicht erscheinenden Einnahmen 
aus Schuldaufnahmen (1926/27: 71,5 Mill. AM; 1927/28: 6,6 Mill. ZA) sind Anteilsbeträge 
an den Reichsanleihen, die in der Finanzstatistik nach Maßgabe der außerordentlichen Aus- 
gaben auf die einzelnen Verwaltungszweige aufgeteilt wurden. 
b. Kriegsversorgung 
Den wichtigsten Teil der inneren Kriegslasten bildet die »Kriegsversorgung«, Dadurch, 
Jaß an Stelle der früheren allgemeinen Wehrpflicht eine kleine Söldnertruppe trat, die nach 
dem Versailler Vertrag nicht mehr als 115.000 Mann‘) zählen darf, wurde die Pensionierung des 
größten Teiles der Offiziere und Beamten der alten Wehrmacht notwendig. Weit umfang- 
reicher sind jedoch die Aufwendungen für die Versorgung der Kriegsbeschädigten und der 
Kriegshinterbliebenen. Hinzu kommt noch die Versorgung und Unterbringung der aus den 
abgetrennten Gebieten verdrängten Staatsbeamten und der Angehörigen der ehemaligen 
Kolonialverwaltung. 
Zur Bewältigung dieser Aufgaben ist ein besonderer Behördenapparat (Versorgungsdienst- 
stellen usw.) notwendig, der einen Aufwand von jährlich etwa 60 Mill. AM erfordert. Die 
persönlichen Ausgaben (Gehälter und Versorgungsgebührnisse) dieser Stellen beliefen sich 
im Rechnungsjahr 1925/26 allein auf 43 Mill. A. und sind bis zum Rechnungsiahr 1927/28 
auf 50,4 Mill. ZA gestiegen. 
Die eigentliche Kriegsversorgung zeigt im Berichtszeitraum eine stark steigende Ten- 
lenz. Dies geht einmal auf Erhöhung der Renten und Pensionen zurück, dann aber auch 
auf eine Zunahme der Rentenempfänger. Erst im Laufe der Jahre kam manches Kriegs- 
leiden zum Vorschein oder brachte eine Minderung in der Erwerbsfähigkeit. So stiegen 
die Versorgungsgebührnisse usw. von 1339,1 Mill. ZA im Rechnungsjahr 1925/26 auf: 
1391,7 Mill. ZA im Rechnungsjahr 1926/27 und auf 1 513,7 Mill. ZA im Rechnungsjahr 
1927/28. Jedoch dürfte diese Bewegung schon in den allernächsten Jahren abbrechen und 
aus natürlichen Gründen (Todesfälle, Wiederverheiratung der rentenbeziehenden Witwen 
and das Hinauswachsen der Waisen aus dem Unterstützungsalter). ein anhaltender Rück- 
gang einsetzen, 
Wie weit sich der Kreis der Pensions- und Rentenbezieher erstreckt, zeigt für das Jahr 
1927 folgende Tabelle: 
Versorgungsempfänger 
Renten- bzw. Ruhegehaltsempfänger..... 
Hinterbliebene 
a) Witwe... ee 
b) Waisen........ wn400 
ce) Eltern .. 
Versorgungsempfänger insgesamt .... | 
Anzahl der 
Kriegs- Offiziere und Be- 
beschädigten amten der alten 
und Wehrmacht 
hinterbliebenen | und deren 
(außer Sp. 3) | Hinterbliebenen 
786 660 
42038 
376 981 
917 890 
225 162 
| 
| 
17.214 
4 808 | 
106 A9% 
€4 060 
Zusammen 
828 698 
394 195 
922 698 
225 162 
2370 753 
Einschließlich der Familienangehörigen (Frauen und Kinder der Renten- bzw. Ruhe- 
zehaltsempfänger) dürfte sich die Gesamtzahl auf etwa 4.4 Millionen stellen (= 7 vH der 
Bevölkerung). 
1 Davon 100000 Mann Reichsheer und 15000 Mann Reichsmarine. .
	        
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