Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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eröffnete.  Die  hierdurch  entstandene  Lücke  zwischen  Zentrale
und  dem  Oberland  wurde  noch  im  gleichen  Jahre  durch  eine
Niederlassung  in  der  badischen  Residenz  ausgefüllt.  Ferner  übernahm ­
  sie  die  alte  Bankfirma  F.  F.  Meyer  in  Baden-Baden  und
in  Rastatt;  in  beiden  Städten  errichtete  sie  gleichfalls  noch  im
selben  Jahre  Filialen.  Am  1,  Januar  1899  folgte  dann  die  Eröffnung ­
  einer  Niederlassung  in  Bruchsal  und  am  1.  Juli  des
folgenden  Jahres  einer  Niederlassung  in  Mühlhausen  i.  E.  und
in  Basel,  welch  letztere  durch  die  in  Interessengemeinschaft
stehende  Schweizerische  Creditbank  unterstützt  wurde.  Mit
dem  Ende  des  alten  Jahrhunderts  wurden  dann  die  Expansionsbestrebungen ­
  abgeschlossen  und  sie  verwandte  die  folgenden
Jahre  zum  Ausbau  und  zur  inneren  Kräftigung  ihrer  vielen
allerorten  neugegründeten  Niederlassungen.
In  nicht  viel  mehr  als  vier  Jahren  hatte  sie  somit  ein  auf
11  Plätze  sich  erstreckendes  Filialnetz  ausgebaut,  das  das  Großherzogtum ­
  Baden,  Teile  von  Elsaß,  der  Schweiz  und  der  bayrischen ­
  Pfalz  in  ihren  Machtbereich  eingeschlossen  hatte.  In
Süddeutschland  nahm  sie  somit  zur  Zeit  der  Jahrhundertwende
als  Kreditbank  bezüglich  ihrer  Bedeutung  für  Handel  und  Industrie, ­
  neben  der  Rheinischen  Creditbank,  den  hervorragendsten
Platz  ein,  was  sie  größtenteils  der  Initiative  ihres  kapitalkräftigen ­
  Rückgrats,  der  Deutschen  Bank,  verdankte.
So  wurde  ihr  im  Jahre  1900  zum  ersten  Male  eine  3 J / 2  °/ 0 ige
Badische  Staatsanleihe  in  Höhe  von  28  Mill.  Mk.  zugeteilt,  die
sie  gemeinsam  mit  dem  Deutschen  Bankkonzern  erfolgreich  placierte. ­
  (Die  früheren  badischen  Staatsanleihen  hatten  bisher  der
Konzern  der  Disconto-Gesellschaft  mit  dem  ihr  eng  befreundeten ­
  Mannheimer  Bankhaus  W.  H.  Ladenburg  und  der  Firma
M.  A.  von  Rothschild  u.  Söhne  in  Frankfurt  a.  M.  übernommen;
darauf  einigten  sich  im  folgenden  Jahre  die  beiden  Konzerne
zur  gemeinsamen  Übernahme  der  badischen  Staatsanleihen,  die
bis  heute  noch  gemeinsam  den  badischen  Staaten  die  Geldmittel
zu  ihren  neuen  Anleihen  verschaffen.)  Ebenso  gelang  es  ihr
dann  im  darauffolgenden  Jahre  gemeinsam  mit  der  Berliner
Großbank  Neuemissionen  verschiedener  Staats-,  Städte-  und  In ­
            
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