Full text : München als Industriestadt

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triebsformen  wird  gekennzeichnet  meist  durch  die  Umwandlung
in  Aktiengesellschaften.  Nur  für  kleinere  Unternehmen  besteht
heute  eine  viel  geeignetere  Einkleidung  in  das  gesellschaftlichkapitalistische ­
  Gewand  in  Gestalt  der  Gesellschaft  mit  beschr.
Haftung.  Die  Wirksamkeit  dieses  für  den  Zug  zum  Industrialismus ­
  charakteristischen  kapitalistischen  Moments  hat  der  Entwicklung ­
  des  bayerischen  Brauwesens  ein  neues,  gegen  früher
abweichendes  Gepräge  verliehen.  So  ist  besonders  die  gegenwärtige ­
  wirtschaftliche  Lage  der  Münchener  Brauerei  ganz  hervorragend ­
  durch  die  überragende  Herrschaft  des  Kapitalismus
gekennzeichnet.
In  München  sind  zur  Zeit  23  Brauereien,  davon  6  Weißbierbrauereien, ­
  tätig  die  Biermengen  herzustellen,  die  der  seit
zwei  Jahren  wieder  steigende  Konsum  erfordert.  Von  den  17
Braunbierbrauereien  sind  2  als  Gesellschaften  mit  beschr.  Haftung, ­
  9  als  Aktiengesellschaften  und  5  als  Privatbrauereien  im
Handelsregister  eingetragen;  außerdem  besteht  noch  eine
Staatsbrauerei,  das  kgl.  Hofbräuhaus,  welches  in  Staatsregie  betrieben ­
  wird.
Wir  wollen  die  Privatbrauereien  nur  dem  Namen  nach  erwähnen, ­
  da  dieselben  genauere  Angaben  über  ihre  Produktion
verweigern.  Unter  sie  fallen  die  Namen  des  Wagner-,  Pschorr-,
Spaten-,  Thomas-  und  Augustinerbräu,  deren  Bedeutung  für
München  eine  ganz  ungeheure  ist.,
Namentlich  der  Spatenbrauerei  von  GabrielSedlm
  a  y  r,  dem  Begründer  des  neuzeitlichen  Brauwesens,  war  es
beschieden  eine  führende  Rolle  in  der  Entwicklung  des  deutschen ­
  Braugewerbes  zur  Industrie  zu  spielen  und  heute  noch
als  größte  Exportfirma  den  Ruf  des  Münchener  Bieres  in  alle
Welt  zu  verbreiten.  Die  Bedeutung  dieses  Unternehmens  sehen
wir  an  seiner  Größe.  Die  Gesamtfläche  auf  der  die  heutige
Brauerei  steht,  hat  eine  Größe  von  8  2  000  qm,  wovon  48  000  qm
unterkellert  sind.  In  der  Mälzerei  (14  000  qm  Tennenfläche,  14
Doppeldarren)  werden  jährlich  während  einer  achtmonatlichen
Kampagne  über  220  000  Zentner  Gerste  zu  Malz  verarbeitet,
womit  jedoch  noch  nicht  der  Gesamtbedarf  der  Brauerei  gedeckt ­
  ist.  Zum  Versieden  des  Malzes  stehen  5  Doppelsudwerke
zu  je  65  Ztr.  Einmaischquantum  zur  Verfügung,  der  Fassungs ­
            
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