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.Wenn man berücksichtigt, daß die mehrfachen Kontrollen
sowohl des Leders während der Bearbeitung als auch der
fertiggestellten Handschuhe eine ganz besondere Sorgfalt erfordern,
so ist es erklärlich, daß zu diesen Arbeiten ein zahlreiches
und gut geschultes Personal nötig ist. Die Fabrik beschäftigt
350—380 Gerber, Handschuhmacher und Färber.
Als Näherinnen im Betriebe und Heimarbeiterinnen beschäftigt
die Firma nahezu 600 Personen. Da der Betrieb seine Arbeiter
selbst heranziehen muß, hat er drei eigene Lehrmeister, die je
3—4 Lehrlinge in der Kunst des Handschuhmachens unterweisen.
Die Lage des Arbeitsmarktes, die, wie wir gelegentlich
der Untersuchung der Vorbedingungen für die Münchener
Industrien ausführten, eine nicht gerade günstige ist, gestaltet
sich noch ungünstiger dadurch, daß die norddeutschen Arbeiter
gewöhnt sind, mehr auf der Maschine zu arbeiten und so im
hiesigen Betriebe, der durchaus Handarbeit fordert, versagen.
Mit ängstlicher Sorgfalt sucht man daher die Arbeiter recht
lange an den Betrieb zu fesseln um einen Stock tüchtiger
Arbeiter zu erhalten. Die Lohnverhältnisse ergeben sich aus
dem Tarif, den die Firma mit ihrer Arbeiterschaft auf die Dauer
von 5 Jahren abgeschlossen hat. Darnach herrschen bei Gerbern
und Färbern Stundenlöhne und nur die Handschuhmacher
sind Akkordarbeiter, da es bei ihnen auf individuelle Geschicklichkeit
und Fertigkeit bei der Arbeit ankommt. Da in
München selbst nur wenig Handschuhnäherinnen ansässig sind
und auch zu teuer wären, schickt man die bessere Ware, welche
teils mit der Hand, teils mit dem sogenannten Nähkamm gesteppt
werden soll, im sogenannten „passiven Veredelungsverkehr“
nach Belgien und Böhmen. Dort hat die feine Handschuhnäherei
ihren Sitz und die Leute sind von Kind auf mit
dieser Arbeit vertraut. Auch gehen wöchentlich große Körbe
mit etwa 600 Dutzend Handschuhen nach etlichen kleineren
Orten in Sachsen, wo die Arbeit des Nähens von Heimarbeiterinnen,
denen ein Zwischenmeister vorsteht, übernommen
wird.
Zu den Verarbeitungsgewerben der Lederindustrie ist auch
die Schuh Warenfabrikation zu rechnen, welche in
München mit einigen leistungsfähigen Betrieben vertreten ist.