Full text : München als Industriestadt

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Zuwanderung  und  um  etwa  zu  ein  Fünftel  durch  eigenes,  natürliches ­
  Wachstum  zugenommen.
Haben  wir  bis  jetzt  Stärke  und  Richtung  des  Münchener
Zuzugs  charakterisiert,  so  wollen  wir  nun  die  Industriebevölkerung ­
  näher  ins  Auge  fassen.
Während  die  in  der  Land-  und  Forstwirtschaft  Tätigen
überwiegend  aus  München  und  den  benachbarten  Regierungsbezirken ­
  selbst  stammen,  verschieben  sich  die  Ziffern  in  der
Industrie  etwas  zu  Gunsten  der  Nichtbayern.  Das  statistische
Amt  gibt  an,  daß  bei  31,1  °/o  Münchnern,  15,9  o/o  aus  dem
übrigen  Oberbayern,  13,5  %  aus  Niederbayern,  6,8o/o  aus
Schwaben  und  9,0  o/ 0  aus  der  Oberpfalz  Gebürtigen  der  Anteil ­
  der  Ober-,  Mittel-  und  Unterfranken  sowie  der  Pfälzer  an
der  industriell  tätigen  Bevölkerung  8,3  o/o,  der  Anteil  der  übrigen ­
  Süddeutschen  3,7  o/ 0 '  und  der  anderorts  Geborenen  11,7  °/o,
darunter  5  °/o  aus  Österreich  ausmache.
Für  den  Industriearbeiter  kommen,  nach  diesen  Relativzahlen ­
  zu  schließen,  sowohl  die  nächsten  wie  entferntesten
Gegenden  als  Herkunftsland  in  Betracht.  Für  den  ungelernten
Arbeiter  gibt  es  keine  Zuwanderung  aus  fernen  Bezirken,  was
beim  gelernten  Arbeiter  in  stärkerem  Maße  vorkommt,  namentlich ­
  beziehen  manche  Spezialindustrien  gelernte  Arbeiter  aus
sehr  fernen  Gegenden,  in  denen  diese  Industrien  alteingesessen
sind.  Überhaupt  zeigen  sich  die  Wirkungen  der  Freizügigkeit
immer  mehr,  je  besser  ein  Arbeiter  zu  qualifizieren  ist,  je  mehr
er  sich  einer  sozial  höherstehenden  Klasse  nähert.  So  waren
von  den  aus  Österreich  gebürtigen  3943  Arbeitern  und  564  Arbeiterinnen, ­
  3398  männliche  und  698  weibliche  gelernte  Arbeitskräfte, ­
  denen  nur  543  männliche  und  433  weibliche  ungelernte ­
  gegenüberstanden.
Den  gelernten,  oft  sogar  den  an-  bezw.  ungelernten  Arbeitern ­
  zuzurechnen  sind  die  Heimarbeiter,  welche  zumeist  von
ihren  Verlegern  wirtschaftlich  abhängig  und  von  den  Selbständigen ­
  zu  trennen  sind.  Sie  stammen  meist  aus  München
selbst  oder  den  nächstgelegenen  Regierungsbezirken.
Über  die  genauen  Herkunftsgebiete  der  Münchener  Arbeiterbevölkerung ­
  in  Industrie,  Handel  und  Verkehr  mögen  uns
folgende  Ziffern  eine  ergänzende  Darstellung  geben:
            
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