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B i r k e l a n d - E Y d e oder Schönherr, ein Verfahren, das in
Deutschland bei dem Fehlen großer Wasserkräfte und dadurch bedingter,
sehr billiger Elektrizitätsgewinnung mit seinen hohen Ansprüchen an
elektrische Kraft wohl nicht wohlfeil genug arbeitet. Dann die Bindung
des Luftstickstoffs bei höheren Temperaturen durch Kalziumkarbid,
welche als Endprodukt den Kalkstickstofs liefert, wie die Luftverbrennung
den Kalk- oder Norgesalpeter. Und endlich die Vereinigung der
Elemente Wasserstoff und Stickstoff mit Hilfe von Kontaktstoffen unter
hohem Druck bei mäßiger Wärme zu Ammoniak nach dem Verfahren
von Haber. Die Methoden von H ä u ß e r, Luft durch Explosion von
Gichtgasen zu verbrennen, und vou S e r p e k, Ammoniak aus Aluminiumnitrid
herzustellen, scheinen noch nicht ausreichende Bedeutung
für Anwendung im Großbetriebe zur Düngestickstoffherstellung erlangt
zu haben. Jedenfalls hat man noch nichts davon gehört, daß sie für
unseren landwirtschaftlichen Bedarf eine Rolle zu spielen vermöchten.
Vor Kriegsausbruch stellte indessen auch die inländische Kalkstickstoffindustrie
nur rund 11000 Tonnen gebundenen Stickstoff her, wie schon
erwähnt, und nach dem Ha berschen Verfahren wurden annähernd
7500 Tonnen gewonnen, so daß die Luftstickstoffgewinnung in Deutschland
praktisch noch eine recht geringe Bedeutung gegenüber der Stickstoffgewinnung
aus Kohlch) und durch Einfuhr aus Chile besaß. Daß
sich das im Laufe der Zeit ändern würde, war anzunehmen, machte bereits
den Vertretern der sozusagen alteingesessenen Stickstoffdüngemittel
einige Sorge, und hatte auch schon zum Teil durch Verträge zur
Sicherung vor schneller Vermehrung der Herstellung geführt. Wenn
eine derartige künstliche Niederhaltung des Angebots auch nicht im
Interesse der Verbraucher, hier in der ersten Linie unserer Landwirtschaft
liegt, so mag sie doch vom Gesichtspunkt der beteiligten Industrie
als verständlich gelten. Nur muß man dann es auch als verständlich
ansehen, wenn die Landwirtschaft auf ähnlichem Gebiet für ihre eigenen
Interessen Stellung zu nehmen sucht. Das sei schon hier gesagt.
Eine Beschleunigung trat nun in der Entwicklung der Luftstickstoffgewinnung
im höchsten Grade durch die mit dem Kriegsausbruch so
außerordentlich sinkende Menge verfügbar werdenden Chilesalpeters
und Kokereiammoniaks ein. Da die bisherigen Quellen nicht oder nicht
7) In Kokereien und Gasanstalten, die zur Gewinnung von schwefelsaurem
Ammoniak führt.