Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

wurde  so  vereitelt.  Durch  diesen  Mißerfolg  verlor  die  Siederschaft  das  Vertrauen ­
  zu  Hoppeusack  und  ließ  deshalb  seine  weiteren  Vorschläge  unberücksichtigt
und  unausgeführt.
Von  Interesse  dürfte  sein,  einiges  über  den  Charakter  der  Solquelle  von
Hall  zu  erfahren.  Um  das  Jahr  1820  entsprang  die  Solquelle  im  alten
Brunnen  in  Mannesstärke  am  rechten  Ufer  des  Kochers  aus  einer  senkrechten
Kluft  des  Muschelkalks.  Die  Kraft  des  zwei  Fuß  sich  erhebenden  Wasserstroms
der  Sole  ivar  so  stark,  daß  %  Zoll  starkes  Geröll  mit  in  die  Höhe  geworfen
wurde.  Die.  Zuflüsse  zur  Quelle  erreichten  in  einer  Minute  etwa  16  Kubikschuh.
  Während  der  Versuchsarbeiten  im  Schacht  sank  der  Solengehalt  auf
2  o/o  und  21/2  °/o-  Als  dann  im  Jahre  1805  die  Bauarbeiten  im  Schacht
eingestellt  wurden  und  man  einen  Versuch  gemacht  hatte,  beim  Aufsteigen  der
Sole  eine  Veredelung  der  Sole  herbeizuführen,  erreichte  man  auch  eine  Gehaltszunahme ­
  derselben  um  1  %•  Diese  Erfahrung  führte  zu  einer  besonderen  Behandlung ­
  der  Quelle,  da  man  nunmehr  die  Ausförderung  nach  dem  Verhältnisse ­
  der  Ausströmungsmenge  aus  der  Quelle  beschränkte.  Man  erzielte  dadurch,
daß  die  in  den  tieferen  Punkten  befindlichen  Süßwasser  zurückgespannt  wurden,
uni  diese  nach  Möglichkeit  von  der  Sole  fernzuhalten.  Auf  dieser  Grundlage
gelang  es,  die  Sole  in  den  Jahren  1806  bis  1813  bis  auf  4 3 / 4 %  Gehalt
zu  veredeln.  In  den  weiteren  Jahren  vermochte  man  sogar  den  Solengehalt
noch  mehr  zu  steigern  Z.  Im  folgenden  geben  wir  eine  Uebersicht  des  Gehalts
der  Sole  im  alten  Brunnen  in  den  ersten  beiden  Jahrzehnten  des  19.  Jahrhunderts, ­
  wobei  die  erforderlichen  Untersuchungen  jeweils  im  Monat  August
vorgenommen  wurden:

Jahr.

Solengehalt
(mittlere  Lotigkeit).

Jahr.

Solengehalt
(mittlere  Lötigkeit).

1801

2%

1812

474«/«

1802

2%
2%'

1818

474-5°/«

1808

1814

6%

1804

2%

1815

6%

1805

3%

1816

674%

1806

4%

1817

6%

1807

.  4%

1818

5%  '

1808

4%

1819

574%

1809

4 3 /t—5%

1820

174%

1810
1811

4 3 /4—5%
47,0/0

1821

Wo

Erläuternd

sei  hierzu  bemerkt,  daß

im  Jahre

1804  die  Brunnenarbeiten

eingestellt  wurden,  während  in  den  Jahren  1810  und  1818  eine  Säuberung
des  Brunnens  vorgenommen  wurde,  was  jedesmal  den  in  der  Abnahme  begriffenen ­
  Solengehalt  auf  seinen  alten  Stand  zurückführte.  Durch  die  Betriebseröffnung
  des  neuen  Schachtes  sank  die  Sole  im  alten  Brunnen  im  Februar  1820
auf  1 3 / 4  %  in  ihrem  Gehalt.  Aus  diesem  Grunde  schloß  man  den  neuen  Schacht,
worauf  sich  der  Solengchalt  des  alten  Brunnens  wieder  auf  8^/2  %  im  Jahre
1821  hob.  In  den  folgenden  Jahren  hob  sich  die  Sole  auf  4%.
Das  Bohrloch  am  Rippberge  zeigte  nach  50  Fuß  Gips.  Bei  370  Fuß
wurden  rote  Touflöze  und  hiernach  roter  Sandstein  angebohrt,  in  welchem  man
die  Arbeiten  noch  mehrere  hundert  Fuß  weiter  führte,  ohne  auf  Solenzuflüsse
i)  Alberti,  Die  Gebirge  des  Königreichs  Württemberg  1826,  S.  228.
'!!  e  u  m  n  it  n,  Salzbergbau  und  Salinenwesen  in.  Württemberg.  7
            
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