Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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einiger  Zeit  verlassen  werden,  da  hintereinander  mehrere  Höhlen  durchbohrt
wurden.  Das  Bohrloch  Nr.  5  befand  sich  in  der  Nähe  von  Nr.  2;  man  stand
hier  50  Fuß  im  Steinsalz,  ohne  dieses  durchbohrt  zu  haben.  Geologisch  interessant ­
  war  das  Bohrloch  Nr.  6,  das  man  etwa  4000  Fuß  nordwestlich  vom
Bohrloch  Nr.  2  niedergebracht  hatte.  Das  Bohrloch  Nr.  6,  welches  im  Ausgehenden ­
  lag,  ergab  bereits  bei  503  Fuß  Tiefe  Steinsalz,  das  allerdings  nur
144/2  Fuß  mächtig  war.  Nach  dem  Steinsalz  durchbohrte  man  Gips  von  etwa
22  Fuß  Mächtigkeit  und  hiernach  traf  man  wellenförmigen  Kalkstein  an,  den
man  nach  10  Fuß  verließ.  Alle  diese  Bohrarbeiten  gingen  unter  der  Leitung
des  verdienstvollen  Salinen-Verwalters  Friedrich  von  Alberti  vor  sich,  dessen
bedeutsamen  Erfolge  in  der  Wirtschaftsgeschichte  Württembergs  stets  einen  ehrenvollen ­
  Platz  einnehmen  werden.  Die  geologischen  Ergebnisse  des  Bohrloches
Nr.  6  veranlaßten  v.  Alberti,  das  Bohrloch  Nr.  7  aus  Gründen  der  Unwirtschaftlichkeit ­
  zu  verlassen.  Das  Bohrloch  Nr.  7  lag  noch  mehr  am  Ausgehenden ­
  ;  besonders  zwangen  jedoch  die  großen  Höhlungen  mit  ihren  unvermeidlichen
Nachstürzen  des  Gesteins,  sowie  der  tiefe  Stand  der  Horizontalgewässer  (338  Fuß)
dazu,  das  Bohrloch  aufzugeben.  Nach  der  Auffassung  v.  Albertis  war  das
Bohrloch  Nr.  7  als  der  Grenzpunkt  des  Steinsalzlagers  der  dortigen  Gegend
aufzufassen.  Diese  sämtlichen  7  Bohrlöcher  wurden  bis  zum  Juli  1824  niedergebracht; ­
  wesentlich  später  folgte  das  Bohrloch  Nr.  8,  das  im  Jahre  1836  angesetzt ­
  wurde.  Sämtliche  Bohrlöcher  verursachten  einen  Kostenaufwand  von  48811  fl.
7  kr.  Die  Förderung  der  vollötigen  Sole  von  27  0  wurde  zu  Anfang  aus
dem  Bohrloch  Nr.  2  mittels  Menschenkraft  bewirkt.  Im  Jahre  1824  entschloß
man  sich  jedoch  zwischen  Bohrloch  Nr.  2  und  Nr.  5  einen  Pferdegöpel  zu  erbauen, ­
  durch  welchen  die  Soleförderung  beider  Bohrlöcher  besorgt  wurde.  Ueber
Bohrloch  Nr.  3  wurde  im  Jahre  1829  zum  Zwecke  der  Soleförderung  eine
Windmühle  erbaut.  Bevor  wir  weitere  Angaben  über  die  geschichtliche  Entstehung ­
  und  Gründung  der  kgl.  Saline  Schwenningen  geben,  wollen  wir  im
Nachfolgenden  noch  eine  Uebersicht  über  die  Bohrlöcher  und  ihren  geologischen
Charakter  mitteilen  ] ):
Bohrlöcher  der  Ngl.  württ.  Zaline  schwennmgen.  (Mächtigkeit  in  württ.  Fuß.)

Gebirgsart.

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Bohrloch  No.  6
u.  7.  4000  Fuß
nordwestlich  von
No.  2.

CO  °f
>3  «jo.
KZ

Keuper,  Gips  u.  Mergel

173

108

75

76

106

72

51

62

Lettenkohle

22

12

33

13

12,5

10,5

4,5

44,5

Hauptmuschelkalk

293

181,5

161

68
vor  Ort
Köhlen

184

235,5

241

248

Gips  und  Anhydrit

99
Gestängebruch ­


265

265

267

185

148,5
vor  Ort
Gips.

176

Steinsalz

37
vor  Ort

50
Steinsalz

50
vor  Ort
Steinsalz

14

57,3

Anhydrit  mit  Salzton

—

_

—

—

—

31

—

10,2

Wellenkalk

10
vor  Ort
Wellenkalk ­


Ganze  Teufe:

587

603,5

584

157

619,5

558

445

598

1)  Kgl.  statist  -topograph.  Bureau,  Beschreibung  des  Oberamts  Rottweil  (Bergrat ­
  Keller).  Stuttgart  1875,  S.  521.
            
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