Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Handel  mit  der  Schweiz  gegründet  worden  war,  niußte  in  eine  wirtschaftlich
schwierige  Lage  geraten,  sobald  einmal  dieser  schweizerische  Salzbedarf  durch  irgend ­
  einen  Umstand  als  wirtschaftliche  Voraussetzung  für  Schwenningen  in  Fortfall ­
  kam.  Diese  Schwierigkeiten  begannen,  als  im  Jahre  1836  im  Kanton
Basel  und  im  Jahre  1846  im  Kanton  Aargau  eigene  Salzlager  erbohrt  wurden. ­
  Von  den  ehemals  15  schweizerischen  Kantonen,  welche  von  der  Saline
Schwenningen  aus  mit  Salz  versorgt  wurden,  waren  in  den  1860er  Jahren
nur  noch  3  .  Kantone  übrig  geblieben.  Zwei  Lieferungsverträge  erreichten  hiervon ­
  am  31.  Dezember  1865  ihr  Ende;  als  letzter  Lieferungsvertrag  blieb  der
mit  dem  Kanton  St.  Gallen  bestehen,  welcher  7000  Ztr.  Kochsalz  umfaßte,  die
bis  zum  31,  Dezember  1869  auszuliefern  waren.  Auf  eine  Erneuerung  des
Vertrages  war  nicht  zu  rechnen.  Auf  Grund  dieser  Sachlage  entschloß  sich  die
Württembergische  Regierung,  die  Saline  Schwenningen  am  31.  Dezember  1865
außer  Betrieb  zu  setzen,  da  an  eine  geivinnbringende  Verwaltung  der  Saline
nicht  mehr  zu  denken  war 1 ).  Der  Lieferungsvertrag  mit  St.  Gallen  wurde  durch
die  Saline  Rottenmünster  erledigt;  derselben  Saline  fiel  nun  auch  die  Befriedigung ­
  des  Inlandsbedarfs  zu,  soweit  er  von  der  Saline  Schwenningen  gedeckt
wurde,  der  übrigens  ziemlich  unbedeutend  war.  Die  Einrichtungen  der  Saline
Rottenmünster,  gestatteten  eine  Produktion  von  110  000  bis  120  000  Ztr.  Kochsalz, ­
  während  die  tatsächliche  Beanspruchung  nur  50—60  000  Ztr.  Kochsalz  jährlich ­
  betrug.  Die  Saline  Rottenmünster  konnte  daher  ohne  Schwierigkeiten  die
kleine  Produktionsmenge  von  Schwenningen  mitübernehmen,  sodaß  die  von  der
Regierung  getroffene  Maßnahme  hinsichtlich  der  Auflassung  der  Saline  Schwenningen ­
  nur  als  eine  unabwendbare  Notwendigkeit  zu  bezeichnen  war.  Da  der
schweizerische  Umsatz  beider  Salinen  in  der  Zeit  von  1824  bis  1866  immerhin
einen  Bruttoerlös  von  11  Millionen  Gulden  erbracht  hatte,  so  ergab  sich  wenigstens ­
  das  eine  Tröstliche,  daß  das  Anlagekapital  der  Saline  Schwenningen  hierdurch ­
  mehr  als  hinreichend  amortisiert  erschien.  Durch  die  Aufgabe  der  Saline
Schwenningen  wurde  auch  die  Stelle  des  dortigen  Salinenverwalters  hinfällig,
was  eine  Besoldungsersparnis  von  1050  fl.  jährlich  bedeutete;  ebenso  fiel  die
Amtsdienerstelle  mit  78  fl.  13  kr.  jährlicher  Besoldung  fort.  In  den  Jahren
1871/73  wurden  einige  Salinengebäude  auf  Abbruch  verkauft,  was  der  Staatskasse ­
  einen  Erlös  von  8177,30  fl.  erbrachte.  Das  Etatsjahr  1864/65  hatte
noch  eine  Absatzziffer  von  1283,7  Ztr.  Salz  für  das  Inland  und  von  45  218,7  Ztr.
Salz  für  die  Schweiz  vorgesehen.  Im  Betrieb  befanden  sich  bis  zur  Schließung
ber,  Saline  zwei  Siedehäuser.  Die  Gesamtproduktion  der  Saline  Schwenningen
während  ihres  43jährigen  Bestehens  zeigt  folgenden  Umfang.  Es  wurden  eräugt: ­
  8  085  492  Ztr.  Kochsalz  und  105  123  Ztr.  Viehsalz,  insgesamt  3190  615
Ztr.  Salz.;  von  dieser  Gesamtmenge  hat  die  Schweiz  allein  2  377  134  Ztr.
Salz  enipfangen.
12.  Kapitel.
Nie  Kgl.  rvürtt.  Saline  Milhelnishall.
Ueber  die  Geschickte  der  Kgl.  Saline  Wilhelmshall  bei  Rottenmünster,  die
■  selben  Namen  nach  ihrem  Gründer  König  Wilhelm  von  Württemberg  führte,
1)  Verhandlungen  d.  württ.  Kammerd.  Abg.,  Jahrg.  1867.  II.  Beil.-Bd.  S.  420.
N  e  u  m  a  n  n,  Salzbergbau  und  Salinenwesen  in  Württemberg.  8
            
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