Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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dorf auf dem rechten Ufer der Prim erfolgten, das Steinsalz vermutlich in um 
so größerer Mächtigkeit anzutreffen war. Besonders empfahl Alberti die Boh 
rungen in dem aus bunten Mergeln bestehenden Vorgebirge des Heuberges. Er 
schloß weiter, daß die bisher angesetzten Bohrlöcher mir dem Rande des großen 
Württembergischen Salzstockes angehörten, was Alberti wohl zu dem berechtigten 
Schluß führte, daß das Salzfeld in seiner Gesamtheit und Ausdehnung von 
mehreren Stunden für mehrere Jahrtausend Ausbeute hinreiche. 
In technischer Beziehung bot die neue Saline bei Rottenmünster gegenüber 
der alten bei Schwenningen noch mancherlei Vorteile. So war es ein Vorzug, 
daß die Bohrlöcher von Rottenmünster in völlig geschlossenem Gestein standen, 
während die von Schwenningen sehr klüftig, voll Höhlen und Einstürzungen 
waren. Ferner war man in der Lage, durch kleine Oerter von der Prim aus 
die Horizontalwasser bis zur Hängebank des Bohrschachtes hochzuhalten, wodurch 
ein großer Wasserdruck und somit eine reichere Sole erzeugt wurde. In Schwen 
ningen standen die Horizontalwasser sehr tief, sodaß für die Solenförderung die 
Anwendung von Tierkraft notwendig wurde, wodurch die Betriebskosten erheblich 
erhöht wurden. Außerdem konnte die Saline bei Rottenmünster eine außer 
ordentlich reine Sole ausweisen, was sich darauf zurückführen ließ, daß die Prim 
aus reinen Quellwassern bestand. Schwenningen hatte mit. dem Uebelstand zu 
kämpfen, daß vielfach Wasser von den nahen Torfmooren in die Bohrlöcher 
flössen, wodurch die Sole verunreinigt wurde. 
Aus allen diesen Gründen ergab sich eine wesentlich billigere Produktions 
weise auf der Saline Rottenmünster gegenüber der Saline Schwenningen, wobei 
auch die für Rottenmünster hinsichtlich des schweizerischen Absatzgebietes bestehende 
günstigere geographische Lage mit in Berücksichtigung zu ziehen war. Im Finanz- 
Etat des Jahres 1827 war für die Saline Rottenmünster eine Produktions 
menge von 72 000 Ztr Kochsalz und 2800 Ztr. Viehsalz vorgesehen, für welche 
Salzmengen die Produktionskosten wie folgt veranschlagt wurden'): 
Produktionskosten. 
Betrag. 
Solenförderung 
1 798,00 fl. 
Brennmaterial 
18 748,50 „ 
Löhne der Sieder 
6 645,00 „ 
Kosten für 10 589 Fässer 
12177,21 „ 
Fuhr- und Tagelöhne 
1 142,56 „ 
Straßenbau 
300,00 „ 
Löhne der Werkleute 
1 281,00 „ 
Materialien 
2 090,00 „ 
Für Polizeizwecke 
546,20 „ 
Insgesamt: 44 678,47 fl. 
Genaue Vergleiche lassen sich jedoch zwischen den Produktionskosten beider 
Salinen nicht ziehen, da die erzeugten Salzmengen dem Umfange nach abweichen. 
Aus den ersten Jahren der Saline Rottenmünster ist geschichtlich noch fol 
gendes zu bemerken. Wenige Jahre nach der Begründung der Saline, die übri 
gens ihrer rechtlichen Grundlage nach ans die allerhöchste Resolution vom 5. Ok 
tober 1824 zurückzuführen war, erbaute man 1827 im Tal auf dem Grund 
stück einer abgebrannten Mühle eine Schmiedewerkstätte, in welcher unter an 
derem auch vermittels einer Rundsäge Faßböden hergestellt wurden. Die Ver 
packung des Salzes erfolgte damals in Fässern. Die Werkstätte wurde durch 
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahrg. 1827. II. Beil.-Heft S. 102. 
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