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dorf auf dem rechten Ufer der Prim erfolgten, das Steinsalz vermutlich in umso
größerer Mächtigkeit anzutreffen war. Besonders empfahl Alberti die Bohrungen
in dem aus bunten Mergeln bestehenden Vorgebirge des Heuberges. Er
schloß weiter, daß die bisher angesetzten Bohrlöcher mir dem Rande des großen
Württembergischen Salzstockes angehörten, was Alberti wohl zu dem berechtigten
Schluß führte, daß das Salzfeld in seiner Gesamtheit und Ausdehnung von
mehreren Stunden für mehrere Jahrtausend Ausbeute hinreiche.
In technischer Beziehung bot die neue Saline bei Rottenmünster gegenüber
der alten bei Schwenningen noch mancherlei Vorteile. So war es ein Vorzug,
daß die Bohrlöcher von Rottenmünster in völlig geschlossenem Gestein standen,
während die von Schwenningen sehr klüftig, voll Höhlen und Einstürzungen
waren. Ferner war man in der Lage, durch kleine Oerter von der Prim aus
die Horizontalwasser bis zur Hängebank des Bohrschachtes hochzuhalten, wodurch
ein großer Wasserdruck und somit eine reichere Sole erzeugt wurde. In Schwenningen
standen die Horizontalwasser sehr tief, sodaß für die Solenförderung die
Anwendung von Tierkraft notwendig wurde, wodurch die Betriebskosten erheblich
erhöht wurden. Außerdem konnte die Saline bei Rottenmünster eine außerordentlich
reine Sole ausweisen, was sich darauf zurückführen ließ, daß die Prim
aus reinen Quellwassern bestand. Schwenningen hatte mit. dem Uebelstand zu
kämpfen, daß vielfach Wasser von den nahen Torfmooren in die Bohrlöcher
flössen, wodurch die Sole verunreinigt wurde.
Aus allen diesen Gründen ergab sich eine wesentlich billigere Produktionsweise
auf der Saline Rottenmünster gegenüber der Saline Schwenningen, wobei
auch die für Rottenmünster hinsichtlich des schweizerischen Absatzgebietes bestehende
günstigere geographische Lage mit in Berücksichtigung zu ziehen war. Im Finanz-Etat
des Jahres 1827 war für die Saline Rottenmünster eine Produktionsmenge
von 72 000 Ztr Kochsalz und 2800 Ztr. Viehsalz vorgesehen, für welche
Salzmengen die Produktionskosten wie folgt veranschlagt wurden'):
Produktionskosten.
Betrag.
Solenförderung
1 798,00 fl.
Brennmaterial
18 748,50 „
Löhne der Sieder
6 645,00 „
Kosten für 10 589 Fässer
12177,21 „
Fuhr- und Tagelöhne
1 142,56 „
Straßenbau
300,00 „
Löhne der Werkleute
1 281,00 „
Materialien
2 090,00 „
Für Polizeizwecke
546,20 „
Insgesamt: 44 678,47 fl.
Genaue Vergleiche lassen sich jedoch zwischen den Produktionskosten beider
Salinen nicht ziehen, da die erzeugten Salzmengen dem Umfange nach abweichen.
Aus den ersten Jahren der Saline Rottenmünster ist geschichtlich noch folgendes
zu bemerken. Wenige Jahre nach der Begründung der Saline, die übrigens
ihrer rechtlichen Grundlage nach ans die allerhöchste Resolution vom 5. Oktober
1824 zurückzuführen war, erbaute man 1827 im Tal auf dem Grundstück
einer abgebrannten Mühle eine Schmiedewerkstätte, in welcher unter anderem
auch vermittels einer Rundsäge Faßböden hergestellt wurden. Die Verpackung
des Salzes erfolgte damals in Fässern. Die Werkstätte wurde durch
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahrg. 1827. II. Beil.-Heft S. 102.
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