Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

Im Sudhause No. 2 betrug der Gedingelohn für 100 Ztr. Salz 7 fl. 30 kr. 
und das Gefchirrgeld 30 kr. Um die Sieder zu einem möglichst geringen Koh 
lenverbrauch anzuspornen, wurden Kohlenprämien gewährt. Diese Prämie be 
trug 6 kr. per Zentner ersparter Kohle bei einem Salzertrag von minimal 
310 Psd. Lag der Salzertrag unter 300 Pfd. so war anderseits eine Strafe 
von 3 kr. für den Ztr. zu zahlen. Die Kohlenprämie wurde zu 1 / 3 auf den 
Sudmeister und zu 2 3 / 3 auf die Sieder verteilt. Der Gedingelohn von 7 fl. 
30 kr. kam ohne Unterschied der Siederklassen unter die Arbeiter zur Verteilung. 
Im Sudhause No. 3 betrug der Gedingelohn 5 fl. 54 kr. und das Geschirr 
geld 30 kr. Die Kohlenprämie wurde hier bei 255 Pfd. gewährt. Im Sud 
haufe No. 4 stellte sich der Gedingelohn auf 7 fl. 30 kr. und das Geschirrgeld 
auf 36 kr. Die Kohlenprämie begann hier bei 210 Pfd. Im Sudhause No. 5 
wurde ein Gedingelohn von 5 fl. 54 kr. und Geschirrgeld 27 kr. gezahlt. Die 
Kohlenprämie trat bei 250 Pfd. in Kraft. In sämtlichen 4 Sudhäusern waren 
42 Sieder einschließlich 8 Schürern beschäftigt. Die Aufsicht über sämtliche 
Pfannen übte ein Sudmeister aus. Der Tagesverdienst eines Sieders 1. Klasse 
war auf 1 fl. 20 kr. bis 1 fl. 26 kr. zu veranschlagen. Daneben waren noch 
Verpacker tätig, welche das Plombieren, Verladen und Fertigmachen der Eisen 
bahnwagen besorgten. Für diese Tätiggkeit wurde 1 fl. 54 kr. für 100 Ztr. 
Salz gezahlt. Für Verpackungskosten einschließlich Sack rechnete man 12 1 / 2 kr. 
für den Ztr. Salz. Die Aufsicht über die '/z Stunde von Friedrichshall ent 
fernten 4 Bohrlöcher, aus welchen die Sole gefördert wurde, führte ein Mann. 
Für das Ein- und Anhängen der Pumpen waren 7 Mann erforderlich. Die 
Reparaturbedürftigkeit der Pumpen trat etwa alle 1 1 / 2 Jahr ein; die Lide 
rung wurde alle 3 Monat ausgebessert. 
Nach dem Finanzetat von 1864/67 stand auf der Saline Friedrichshall 
mit Clemenshall folgendes Personal in Tätigkeit J ). An der Spitze der Salinen 
verwalter mit 1700 fl. Besoldung und 150 fl. Kanzleikosten. Ferner ein Sa 
linenkassierer, mit Staatsdienerrecht, mit 1300 fl. Besoldung und 450 fl. Kanz 
leikosten. Für Friedrichshall ein Bergwerksinspektor mit 1200 fl. Besoldung 
und 100 fl. Kanzleikvsten; für Clemenshall ein Salineninspektor mit 1100 fl. 
Besoldung und 150 fl. Kanzleikosteu. Außerdem für beide Werke einen Sa- 
linenverwaltungs-Assistenten, ohne Staatsdienerrecht, mit 700 fl. Besoldung und 
50 fl. Kanzleikosten; einen Buchhalter, ohne Staatsdienerrecht, mit 700 fl. Be 
soldung. Für Friedrichshall einen Salzschreiber mit 500 fl. Besoldung und 
12 fl. Kanzleikosten, sowie einen Amtsdiener mit 300 fl. Besoldung. Der 
Amtsdieuer auf der Saline Clemenshall bezog nur eine Entschädigung von 
20 fl. Im Hauptfinauzetat von 1867/70 wurde dem Kassierer des Salinen 
kassenamtes in Friedrichshall eine Besoldungserhöhung von 200 fl. gewährt, so- 
daß sich die jährliche Besoldung auf insgesamt 1500 fl. stellte 2 ). Die Erhö 
hung wurde damit begründet, daß durch Hinzutritt des Bergwerkbetriebes die 
Geschäfte des Salinenkassierers eine ganz erhebliche Erweiterung erfahren hatten. 
In dem folgenden Hauptfinanzetat von 1870/73 lag die Leitung und Ver 
waltung sowohl des Bergwerkes, wie der Saline Friedrichshall in den Händen 
folgender Beamten ?): 
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg. Jahr 1866. II. Beil.-Bd. S. 716. 
2) Desgleichen Jahr 1867. S. 422. 
3) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg. Jahrg. 1870. II. Beil.-Bd. S. 342 f.
	        
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